Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mit zwei Tablet-Klassen in die digitale Zukunft

Tablet-Klassen an Stadtlohner St.-Anna-Realschule

Die Kreidezeit ist in der St.-Anna-Realschule längst passé. Activeboards haben die Schultafel abgelöst. Jetzt folgt der nächste Schritt zur digitalen Schule.

Stadtlohn

, 12.06.2018
Mit zwei Tablet-Klassen in die digitale Zukunft

Tablets sind heute bereits Bestandteil des Unterrichts in der St.-Anna-Realschule. Jetzt aber werden alle Fünftklässler mit einem persönlichen Tabletcomputer ausgestattet, den sie auch mit nach Hause nehmen können. © St.-Anna-Realschule

Für 64 Fünftklässler der St. Anna-Realschule beginnt nach den Sommerferien eine aufregende Zeit. Der Wechsel von der Grundschule zur Realschule birgt für die Jungen und Mädchen seit jeher viele neue Herausforderungen. In diesem Jahr aber wartet eine ganz besonderer Wechsel – auch auf die Lehrerinnen und Lehrer: Erstmals werden alle Schüler der beiden fünften Klassen mit Tabletcomputern ausgestattet. Quer durch alle Fächer wird die Digitalisierung Einzug in den Schulalltag halten.

„Das gibt es bislang an keiner Stadtlohner Schule“, sagt Schulleiter Rüdiger Schipper, der die St.-Anna-Reaschule seit 2017 leitet. Er hat die Digitalisierung der Schule mit großen Schritten vorangetrieben. Schon während seines Lehramtsstudiums (Deutsch und Theologie) hatte Rüdiger Schipper sein Faible für die Digitalisierung ausgelebt. Er betreute als Autodidakt nicht nur den Webserver der Universität Vechta, sondern war schon als Student von 1999 bis 2002 nebenberuflich als Unternehmensberater in Sachen Informationstechnik unterwegs.

Activeboards, Schulserver, W-Lan

Vor drei Jahren brachte Rüdiger Schipper den digitalen Schwung nach Stadtlohn an die St.-Anna-Realschule. Mit Unterstützung des Fördervereins wurden die digitalen Activeboards angeschafft, die die grünen Kreidetafeln abgelöst haben. Ein Schulserver und W-Lan mit breiter Funkabdeckung vernetzen Lehrer und Schüler. Auch einen Klassensatz Tabletcomputer hat die Schule längst angeschafft. Und jetzt folgt der nächste Schritt: Die persönliche Ausstattung der Schüler mit einem Tablet.

Mit zwei Tablet-Klassen in die digitale Zukunft

Schulleiter Rüdiger Schipper führt an einem Tablet und mit dem Activeboard im Hintergrund vor, wie Schüler vernetzt Grammatikwettbewerbe austragen können. © Stefan Grothues

„Wir hätten die Tablets mit Mitteln des Förderprogramms Gute Schule 2020 anschaffen können. Dann aber hätten die Schüler die Geräte nur in der Schule nutzen können“, sagt der Schulleiter. Die St.-Anna-Realschule geht einen anderen Weg. „Wir haben die Eltern der neuen Fünftklässler angesprochen. Die fanden es ebenfalls sinnvoller, dass jeder Schüler sein eigenes Gerät erhält und auch zu Hause nutzen kann. Und sie waren ohne Ausnahme bereit, die Kosten zu tragen.“ 600 Euro kostet jedes Gerät inklusive Zubehör wie Tastatur und Hülle. Die Eltern können die Geräte in monatlichen 15-Euro-Raten bezahlen.

Der Schritt in die digitale Zukunft werde vom gesamten Kollegium mitgetragen, betont der Schulleiter. Welche pädagogischen Erwartungen verknüpfen die Lehrer mit diesem Schritt? „Den Unterrichtstoff können wir auch mit Büchern vermitteln“, sagt Rüdiger Schipper. Das habe ja bislang auch immer geklappt. „Aber“, so sagt der Schulleiter, „wir müssen uns heute fragen, was der Fünftklässler in 20 Jahren können muss, wenn er im Beruf ist.“

Gemeinsam und individuell nutzen

Der Tablet-PC könne als Werkzeug helfen, den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln, ihnen vernetztes Arbeiten als Selbstverständlichkeit nahezubringen – vernetzt mit den Lehrern und auch mit den Mitschülern. Schipper: „Texte können gemeinsam geschrieben werden. Gleichzeitig ist aber auch ein selbstständiges und individuelles Arbeiten möglich.“ Recherche, Lehrvideos, Klassenarbeiten, Experimente, Dokumentationen – es gebe kein Fach, in dem das Tablet einen Mehrwert bieten könne.

Erfahrungen zeigten, dass die Arbeit mit dem Tablet auf die Schüler motivierend wirken, sagt Rüdiger Schipper. Grammatik mache einfach mehr Spaß, wenn sie spielerisch im Wettstreit erlernt werde. Schipper betont aber auch: „Vieles ist noch Vision. Wir stehen erst am Anfang. Das Konzept wird im laufenden Betrieb wachsen und sich entwickeln.“

„Das Tablet ist kein Allheilmittel“

Wird nun das Ende von Füller, Heft und Schulbuch eingeläutet? „Nein!“, sagt Rüdiger Schipper. „Wir wollen den Füller nicht abschaffen. Eine gute Handschrift ist wichtig für die kognitive Entwicklung.“ Auch wenn der Tornister künftig leichter werde, Schulbücher würden nach wie vor einen Platz im Unterricht behalten. Rüdiger Schipper: „Das Tablet ist kein Allheilmittel. Die Schüler müssen auch lernen, dass es manchmal gut sein kann, abzuschalten und offline zu arbeiten.“

Lesen Sie jetzt