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Ein Edelstahlkleid fürs Freibadbecken

Saison im umgebauten Stadtlohner Freibad kann pünktlich starten

Eine gute Nachricht für alle Freibadfreunde: Der millionenschwere Umbau des Freibadbeckens wird pünktlich fertig. Die Saison kann Ende Mai, Anfang Juni starten. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber auch.

Stadtlohn

18.04.2018
Ein Edelstahlkleid fürs Freibadbecken

Bürgermeister Helmut Könning und SV-Bäder-Geschäftsführer Thomas Spieß besichtigten am Mittwoch mit ihren Mitarbeitern das neue Edelstahl-Schwimmbecken. Von links: Verena Hippers (Marketing SVS), Schwimmmeister Oliver Karlsberg, Manfred Schwenz vom Hochbauamt, der Erste Beigeordnete Günter Wewers, SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß und Bürgermeister Helmut Könning. © Stefan Grothues

Der Edelstahl blitzt in der April-Sonne. Fast genauso hell leuchtet der Lichtpunkt des Schweißers. Die letzten Nähte des Edelstahlkleides für das Freibadbecken liegen noch vor ihm und seinen Schweißerkollegen. Am Ende werden es vier Kilometer Schweißnähte sein, die die neue Auskleidung des Freibadbeckens zusammenhalten.

Endspurt auf der Baustelle

Bei der Baustellenbesichtigung am Mittwoch blinzelt Bürgermeister Helmut Könning in die Sonne: „Eigentlich haben wir ja heute schon Freibadwetter.“ Doch der April und auch der Mai sind noch zu launisch für beständiges Badewetter. So öffnet das Stadtlohner Freibad traditionell Ende Mai. Das soll auch in diesem Jahr klappen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Es könnte auch Anfang Juni werden.

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Baustelle im Stadtlohner Freibad

Endspurt auf der Freibadbaustelle: Ende Mai soll alles fertig sein.
18.04.2018
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Baustelle Freibad Stadtlohn, April 2018© Bernd Schlusemann
Das Schwimmbecken (oben) wird pünktlich zur Freibadsaison 2018 fertigstestellt. Die Wasser- und Spiellandschaft im unteren Bereich muss noch geplant werden. Wann dieser zweite Bauabschnitt beginnt, hat der Rat noch nicht entschieden.
Das bisherige Nichtschwimmerbecken wird verfüllt. Hier sollen Spielgeräte aufgestellt werden.© Stefan Grothues
in Schweißer zieht die letzten Meter der
vier Kilometer langen Schweißnähte. © Stefan Grothues
Bürgermeister Helmut Könning und SV-Bäder-Geschäftsführer Thomas Spieß besichtigten am Mittwoch mit ihren Mitarbeitern das neue Edelstahl-Schwimmbecken. Von links: Verena Hippers (Marketing SVS), Schwimmmeister Oliver Karlsberg, Manfred Schwenz vom Hochbauamt, der Erste Beigeordnete Günter Wewers, SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß und Bürgermeister Helmut Könning.© Stefan Grothues
Das Häuschen für die Schwimmaufsicht nimmt schon Gestalt an.© Stefan Grothues

„Der Frost hat die Bauarbeiten um knapp drei Wochen verzögert“, sagt Thomas Spieß, Geschäftsführer der SV-Bädergesellschaft. „Trotzdem liegen wir gut in der Zeit.“ Für die letzten Wochen bleibt aber noch allerhand zu tun. Ein Bagger ist gerade dabei, alte Pflastersteine rund ums Becken aufzuheben. In den nächsten sechs Wochen müssen nicht nur Pflasterer und Gärtner noch Extraschichten einlegen. Das Häuschen für die Schwimmaufsicht nimmt schon Konturen an, aber vom neuen Sprungturm ist noch nichts zu sehen – außer dem mächtigen Fundament.

„Meilenstein in der Stadtlohner Freibadgeschichte“

Und wenn alles rundherum fertig ist, braucht es noch fünf Tage um das Schwimmbecken mit künftig vier 50-Meter-Bahnen und vier 25-Meter-Bahnen zu füllen und anzuwärmen. Schließlich fasst das Becken rund 1,3 Millionen Liter Wasser.

Schwimmmeister Oliver Karlsberg freut sich jetzt schon auf die Eröffnung. Und er ist begeistert von der Edelstahloptik, mit der seine Schwimmmeisterkollegen in anderen Bädern schon jahrzehntelang sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Vorbei ist die Zeit ständiger Frostschäden an den Fliesen. „Der Umbau ist ein Meilenstein in der Stadtlohner Freibadgeschichte“, sagt Oliver Karlsberg. Ein Meilenstein, den sich die Stadt etwas kosten lässt. „Wir investieren hier 1,7 Millionen Euro“, sagt Bürgermeister Helmut Könning. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Das bisherige Nichtschwimmerbecken könnte nur dann weiterbetrieben werden, wenn die Umwälzanlage mit einem Aufwand von einer Viertelmillion Euro nachgerüstet werden würde. Das ist dem Rat für eine Zwischenlösung zu teuer. Er fasste am Mittwochabend einstimmig den Beschluss, das alte Nichtschwimmerbecken zu verfüllen, eventuell mit Rollrasen abzudecken und dort Spielgeräte für Kinder aufzustellen.

Neuer Planung für Wasserspielplatz

Die Zustimmung zur Verfüllung des Nichtschwimmerbeckens fiel dem Rat nicht ganz so schwer, weil dort mittelfristig ohnehin etwas Neues entstehen soll: eine Wasser- und Spiellandschaft für Kleinkinder. Kostenpunkt nach einer ersten groben Schätzung: 800.000 Euro. Für diesen neuen Bauabschnitt sollen nun konkrete Planungen und Kostenberechnungen erstellt werden. Dann will der Rat entscheiden, wann der neue Bauabschnitt in Angriff genommen wird.

Die Nichtschwimmer kommen aber auch schon jetzt auf ihreKosten, betont Schwimmmeister Oliver Karlsberg. Im neuen Edelstahlschwimmbecken wird ein 80 bis 130 Zentimeter tiefer Nichtschwimmerbereich abgetrennt. Auch die Rutsche, die bislang die Attraktion des Nichtschwimmerbeckens war, wird dorthin verlagert. Das etwas abseits gelegene Planschbecken für die kleinen Badegäste bleibt vorerst erhalten.

Wie Stadtlohn zum Fünf-Meter-Turm kommt

Große Sprünge können die Badegäste in der neuen Badesaison machen. Das Stadtlohner Freibad erhält nicht nur ein Ein-Meter- und Drei-Meter-Sprungbrett, sondern auch eine fünf Meter hohe Sprungplattform. So viel freien Fall bietet keines der Freibäder in den Nachbarstädten. Das Fundament aus 50 Kubikmetern Beton ist jetzt gegossen. Da kann SV-Bäder-Geschäftsführer Thomas Spieß ja verraten, wie der Sprungturm nach Stadtlohn kam: durch ein produktives Missverständnis. Vor anderthalb Jahren stellten die Hamburger Bäderplaner nach Absprache mit dem SV-Bäderbetrieb und Stadtverwaltung ihre Ideen im Bauausschuss vor. Nur eine Idee zauberten die Hamburger quasi ohne Absprache aus dem Hut: die des Fünf-Meter-Turms. In der Ausschusssitzung selbst wurde das stillschweigend als Missverständnis hingenommen. Aber am nächsten Tag stand es in der Münsterland Zeitung. Eine Welle der Begeisterung und Vorfreude erfasste die Stadtlohner Badejugend. „Da konnten wir nicht mehr zurückrudern“, sagt Thomas Spieß. „Da haben wir mit den Planern nachverhandelt. Die übernahmen dann weitestgehend die Extra-Kosten. Schließlich hatten die uns das ja eingebrockt.“ Heute freut sich Thomas Spieß über den Turm: „Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal fürs Stadtlohner Freibad.“

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