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Streit um Aufführung von „Mein Kampf“ von George Tabori

Konstanz. Taboris Theaterstück „Mein Kampf“ sorgt schon im Vorfeld für Aufregung. Das Stadttheater Konstanz zeigte sich zufrieden über die rege Beteiligung an der Debatte.

Streit um Aufführung von „Mein Kampf“ von George Tabori

Die Premiere findet am 20. April statt - dem Geburtstag von Adolf Hitler. Foto: Patrick Seeger

Eine Aufführung des Theaterstücks „Mein Kampf“ von George Tabori in Konstanz sorgt im Vorfeld für Ärger. Die Premiere am 20. April fällt auf den Geburtstag von Adolf Hitler.

Dies kritisierten die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Konstanz in einem offenen Brief unter anderem. „Die Geschmacklosigkeit hat Programm“, hieß es bei den Gesellschaften. Zuvor hatten unter anderem SWR und „Südkurier“ berichtet.

Zudem hatte das Theater den Zuschauern freien Eintritt angeboten, wenn sie bereit seien, im Saal ein Hakenkreuz-Symbol zu tragen. Wer eine reguläre Karte kaufe, sollte sich dagegen bereit erklären, einen Davidstern zu tragen. Die Gesellschaften riefen zum Boykott auf: „Es gibt eine dritte Option: Man kann auch keine Theaterkarte kaufen.“

Das Theater reagierte am Freitag auf die Vorwürfe: Zum einen könnten Zuschauer, die das Premierendatum als Provokation empfänden, Karten umtauschen. Zudem könnten Besucher, wenn sie eine Karte zum regulären Preis kauften, selbst entscheiden, ob sie einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen wollten. Mit der Idee der Freikarte gegen das Tragen eines Hakenkreuzes habe man unter anderem zeigen wollen, wie schnell man Menschen korrumpieren könne, sagte eine Sprecherin.

Weiter teilte das Theater mit: „Wir möchten zum Ausdruck bringen, dass wir trotz unseres Erstaunens über die stellenweise öffentliche Vorverurteilung froh sind über die bundesweite Beteiligung an dieser aus unserer Sicht längst überfälligen Debatte.“ Taboris Werk „Mein Kampf“ ist nach Angaben des Theaters eine Karikatur der früheren Jahre Hitlers. Das Stück zeige, „dass wir nicht von Ideologien befreit sind, die sich in einer Persönlichkeit konzentriert auch heute noch zu historischem Horror entwickeln können.“

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