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Sturm setzt voll auf den Draisaitl-Effekt

Berlin. Mit einem Weltklasse-Angreifer gegen den Ausfall zahlreicher Silber-Helden - der WM-Einsatz von Leon Draisaitl soll Bundestrainer Marco Sturm den Umbruch nach Olympia erleichtern. Weitere Unterstützung aus Nordamerika soll folgen.

Sturm setzt voll auf den Draisaitl-Effekt

Marco Sturm (l) wird kurzfristig über einen Einsatz von NHL-Star Leon Draisaitl entscheiden. Foto: Arne Bänsch

Noch ist Leon Draisaitl müde. Doch in gut zwei Wochen soll der Weltklassestürmer aus der NHL Deutschland zu einer neuen Eishockey-Überraschung führen. Der 22 Jahre alte Jungstar der Edmonton Oilers wird der wichtigste Mann bei der WM in Dänemark (4. bis 20. Mai).

Das machte Bundestrainer Marco Sturm am Dienstag noch einmal deutlich. „Er ist unser absoluter Führungsspieler. Er hebt die Qualität ungemein und zieht die Mitspieler noch einmal gewaltig mit“, sagte Sturm in Berlin über seinen besten Mann vor dessen dritter WM-Teilnahme.

Vergleichbar mit 2016 und 2017 ist die Situation aber weder für Sturm noch für Draisaitl oder das deutsche Eishockey insgesamt. Die Erwartungen in der Öffentlichkeit sind nach dem sensationellen Gewinn der olympischen Silbermedaille vor zwei Monaten riesig, obwohl Sturm bei der WM auf mindestens neun Olympioniken verzichten muss und die Konkurrenz durch die Teilnahme der NHL-Spieler stärker besetzt ist. „Der Druck ist größer als normal“, gestand Sturm.

Dabei soll Draisaitl helfen, doch der warnte vor überzogenen Erwartungen. „Generell sollten wir sehr, sehr vorsichtig sein. Das wissen wir als Mannschaft genau“, sagte der gebürtige Kölner, der in dieser Woche bei den Tests am Donnerstag in Wolfsburg (19.15 Uhr) und am Samstag in Berlin (17.45 Uhr) eventuell noch einmal geschont wird. „Der Jetlag ist immer noch voll da“, berichtete Draisaitl vor dem ersten Training mit dem Team am Nachmittag.

Anders als 2017, als der Hoffnungsträger nach dem Oilers-Playoff-Aus zur WM eingeflogen worden war und wenige Stunden nach seiner Ankunft gegen Italien (4:1) schon wieder auf dem Eis stand, bleiben nun gut zwei Wochen zur Akklimatisierung. „Es ist schon etwas einfacher als beim letzten Mal“, sagte Draisaitl. „Mit ihm haben wir jetzt neuen Wind. Es ist einfach ein toller Moment, dass er hier ist“, sagte Sturm zur Zusammenarbeit zum frühen Zeitpunkt der Vorbereitung.

Sturms Funkeln in den Augen verriet, dass in diesem Jahr mehr von Draisaitl zu erwarten ist. Bei bislang elf Spielen für Deutschland und dabei sechs Punkten, aber nur einem Tor ist die WM-Bilanz noch ausbaufähig. „Er ist jetzt auf einem anderen Level“, sagte Sturm zur Entwicklung des einstigen Riesentalents von 2016.

In der Saison darauf spielte sich der Sohn des Kölner Haie-Trainers Peter Draisaitl in die Weltelite der Stürmer und erhielt so einen mit 68 Millionen Dollar datierten Vertrag bis 2025 bei den Oilers. „Einen Spieler wie Leon auf dem Eis zu haben, das kann einiges bewegen“, sagte Sturm über Draisaitl, der auch in diesem für Edmonton schwierigen Jahr wieder mit 70 Punkten aus 78 Spielen zu den Top-Spielern gehörte.

Draisaitls Bedeutung ist dieses Jahr noch einmal gestiegen, da in Kapitän Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Patrick Reimer gleich drei langjährige Führungsspieler zurückgetreten sind. Die Rücktritte und einige verletzungsbedingte Absage seiner Silber-Jungs sollen bei der WM durch reichlich Nordamerika-Unterstützung aufgefangen werden.

Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg (New York Islanders) kommt in der nächsten Woche für die Tests gegen Dänemark (25. April) und Südkorea (27. April) dazu. AHL-Profi Markus Eisenschmid und Frederik Tiffels aus der unterklassigen ECHL sowie College-Spieler Marc Michaelis sind bereits im Kader. In der NHL deutet sich zudem ein frühes Playoff-Aus für Verteidiger Korbinian Holzer, Stürmer Tobias Rieder und Torhüter Philipp Grubauer an. Damit könnte das deutsche Team mit bis zu acht Nordamerika-Profis in die WM starten.

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