Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Suche nach Tengelmann-Chef Haub wegen Sturms unterbrochen

Zermatt. Schlechtes Wetter behindert die Suche nach dem vermissten Tengelmann-Chef Haub. Die Retter stehen aber weiter bereit. Wie lange gesucht wird, entscheidet vor allem die Familie.

Suche nach Tengelmann-Chef Haub wegen Sturms unterbrochen

Anjan Truffer, Rettungschef von Zermatt, spricht bei einer Pressekonferenz zur Suche nach dem vermissten Karl-Erivan Haub. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE

Die Suche nach dem seit Samstag vermissten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub konnte wegen eines Sturms am Klein Matterhorn bei Zermatt zunächst nicht fortgesetzt werden.

Die Wetterlage auf der Schweizer und der italienischen Seite werde laufend neu beurteilt, sagte der Sprecher der Kantonspolizei, Markus Rieder. In Zermatt selbst schien die Sonne mit freier Sicht auf das Matterhorn. Einige Bergbahnen fuhren aber wegen des starken Windes nicht.

Die Rettungskräfte konnten am Donnerstag nicht wie geplant ausrücken, sagte der Rettungschef von Zermatt, Anjan Truffer. Am frühen Nachmittag rechneten die Retter nicht mehr damit, dass sich das Wetter am Donnerstag noch bessern könnte. Über das weitere Vorgehen werde in enger Absprache mit der Familie entschieden.

Haub habe ein Lawinensuchgerät dabei gehabt, sagte Truffer. Bei guten Batterien könne das zwei bis drei Wochen Signale senden - wenn es eingeschaltet war. Es sei schon einmal ein Überlebender nach sechs Tagen gefunden worden, sagte Truffer. Der sei aber mit dickem Skianzug und Schlafsack bestens gegen die Kälte ausgestattet gewesen. Haub habe dagegen für seine als Kurztrip geplante Trainingstour nur leichte Kleidung getragen. „Nach drei bis vier Tagen muss man sich bewusst sein, dass die Überlebenschancen deutlich sinken“, sagte Truffer.

Ein Suchtag mit Hubschraubern kann nach Angaben von Truffer rund 25.000 Euro kosten. Solange eine Überlebenschance besteht, werde auf jeden Fall gesucht. Die Kosten übernähmen dann meist Unfallversicherungen. Die Entscheidung über einen Abbruch der Suche werde immer mit den betroffenen Familien gefällt. Die Angehörigen des Milliardärs haben den Rettern nach Angaben von Truffer alle nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Wenn die Finanzierung gesichert sei, könne unbegrenzt weiter gesucht werden, so Truffer.

Haub (58) gehört zu den reichsten deutschen Unternehmern. Zu dem von ihm geleiteten Familienimperium gehören unter anderem Deutschlands größter Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi. Er war am Samstag zu einer Skitour am Klein Matterhorn bei Zermatt in der Schweiz aufgebrochen. Dort verschwand er spurlos.

Retter spekulieren, dass er von einer Lawine erfasst oder in eine Gletscherspalte gestürzt sein könnte. Seine Familie schlug am Sonntagmorgen Alarm. Seitdem haben zeitweise 60 Rettungskräfte in dem schwierigen Terrain auf Schweizer und italienischer Seite nach ihm gesucht. Der leitende Rettungsarzt Axel Mann sah am Mittwoch nur noch eine minimale Überlebenschance.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wolfsburg. Martin Winterkorn ist durch „Dieselgate“ tief gefallen: Ermittlungen in Deutschland wie in den USA, sogar ein Haftbefehl der Amerikaner liegt vor. Und was ist mit eventuellen Schadenersatz-Ansprüchen?mehr...

Bonn. Wie sich der Strompreis entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Netzentgelte und Öko-Umlage dürften aber kein Grund für einen kurzfristigen Anstieg sein, meint der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.mehr...

Seoul. Der Vorsitzende des südkoreanischen Mischkonzerns LG, Koo Bon Moo, ist tot. Koo, der sich in den vergangenen Monaten mehreren Gehirnoperationen unterzogen hatte, sei im Kreis seiner Familie gestorben, berichteten südkoreanische Sender.mehr...

Berlin. Die Postbank will bis Ende 2018 etwa jede zehnte ihrer rund 1000 Filialen schließen. „Am Ende werden es deutlich über 100 in diesem Jahr sein“, zitierte die „Bild am Sonntag“ Postbank-Vorstandsmitglied Susanne Klöß.mehr...

Hamburg. Nach dem Winter gibt es bei den Verbrauchern Gewinner und Verlierer: Wer mit Gas heizt, kann sich auf eine Rückerstattung freuen. Mieter und Eigentümer mit Ölheizung schauen dagegen in die Röhre.mehr...

Washington. Nach der verbalen Aufrüstung der vergangenen Wochen gehen Washington und Peking auf Entspannungskurs. Doch amerikanische Regierungsvertreter widersprechen sich. Es ist weiter unklar, ob es zu den angedrohten Strafzöllen kommt, oder nicht.mehr...