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Wehling und Busert besteht seit 100 Jahren

Stellmacherei war Grundstein für Baustoffhandel in Südlohn

1918 – der Erste Weltkrieg ist vorbei. Der Holzhandwerksbetrieb Wehling startet. Und immer noch steht Holz hoch im Kurs bei Wehling & Busert in Südlohn – nicht nur.

Südlohn

, 22.05.2018
Wehling und Busert besteht seit 100 Jahren

Ein Teil des Teams im neuen Ausstellungsbereich: Andreas Schlüter, Gerd Kentrup (vorne v.l.), Silke Schlusemann und Britta Schepers (hinten v.l.). © Christiane Hildebrand-Stubbe

Vor 100 Jahren wurde mit einer Stellmacherei der Grundstein gelegt. Damals fertigte der Firmengründer Räder, Wagen und allerlei landwirtschaftliches Gerät an. Schon früh aber setzte August Busert als Kompagnon mit einem Holz- und Baustoffhandel zusätzliche Akzente. Nach dem Ausstieg von Wehling bereits in den 1930er-Jahren leitete zuerst August und dann Franz Busert die Firma. Das blieb bis 1988 so. Dann nämlich ging das Unternehmen in den Besitz von Werner Schepers über. Unter dem Geschäftsführer Konrad Tegeler wurde Wehling & Busert – der alte Name blieb – zu einer der ersten Adressen bei den Baustoffhändlern. Schließlich kam ein Bau-Fachmarkt hinzu, so dass man dann Holz, Baustoffe und Baumarkt zu den Haupt-Geschäftsfeldern zählte.

Weibliche Spitze

Inzwischen stehen neben Werner Schepers auch zwei Frauen an der Spitze: Tochter Britta Schepers und Anne van Almsick. Für die Betriebswirtin Britta Schepers war es eigentlich nur ein logischer Schritt, in den väterlichen Betrieb einzusteigen: „Ich bin da ja praktisch aufgewachsen, habe allein bei Ferienjobs ja schon viel kennengelernt.“ Im übrigen sei das ja auch längst nicht mehr ein Feld, das von Männern dominiert werde.

Und schließlich spielen Frauen auch auf der anderen Seite – bei der Kundschaft – eine wichtige Rolle. Das weiß Prokurist Christian Siek nur allzugut: „Männer interessieren sich meist für die rein fachlichen Dinge, letztendlich aber entscheiden die Frauen.“

Keine einfache Aufgabe heute, wie Schepers und Siek angesichts der großen Vielfalt des Angebots bestätigen. In den 100 Jahren seines Bestehens hat das Südlohner Unternehmen, das nicht nur die Kunden vor der eigenen Haustür, sondern auch weit darüber hinaus mit Baustoffen aller Art versorgt, großen Wandel erlebt: zwei Weltkriege, starke politische wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, Krisen.

Wehling und Busert besteht seit 100 Jahren

Der Betrieb befindet sich seit 2000 am neuen Standort Lerchenweg. Foto: Wehling und Busert

Siek: „Allein in den 27 Jahren, in denen ich hier bin, habe ich immer wieder die Wellenbewegungen erlebt.“ Einmal habe man „sogar die Hacken zusammenschlagen müssen und die Mitarbeiter mit ins Boot geholt“, um in sicheres Fahrwasser zu gelangen.

Stetig ist Wehling & Busert aber auch gewachsen, hat immer wieder modernisiert. Gerade hat man sich vom alten Firmenlogo, einem rot-braunen Baum, verabschiedet und es durch ein modernes rotes ersetzt. Die Form des Baumes ist aber geblieben. Auch aus Respekt vor der Tradition.

Auf neuen Wegen

Heute steht die Firma für Vielfalt, bietet eigentlich alles rund ums Bauen und Sanieren, aber auch für die Gestaltung der eigenen vier Wände oder des Gartens. „Nicht nur bei den Materialen für Innen- wie Außenbereich, auch bei Form und Formen gibt es inzwischen eine unglaubliche Auswahl“, sagt Sieg.

Auch bei der Qualität der Produkte habe sich viel getan, und moderne Technik trage außerdem zu dem Mehr an Möglichkeiten bei: „Früher konnte man zwischen zwei Pflastersteinen wählen, jetzt sind es 100.“

Wehling und Busert besteht seit 100 Jahren

Ein ales Foto von der Firma Wehling-Busert, die 2018 ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Foto: Wehling und Busert

Immer wieder werden zudem neue Materialien entwickelt. Selbst beim Kernbaustoff Holz seien die Verwendungsmöglichkeiten inzwischen sehr viel breiter als früher. Auch die Kundschaft und damit deren Ansprüche haben sich verändert. Wird auf der einen Seite mehr Wert auf Ästhetik und Gestaltung gelegt, sind es auch gewachsene Anforderungen, die durch spezielle Förderprogramme zum Beispiel bei der Wärmedämmung, berücksichtigt werden müssen.

Außerdem legten die Kunden heute großen Wert auf Bequemlichkeit, auf geringen Pflegebedarf, auf Nachhaltigkeit. „Dafür sind sie auch bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen“, so Siek. Die logische Konsequenz daraus sei, dass auch mehr Rund-um-Pakete gewünscht werden: „Die Leute wollen einfach einen Ansprechpartner.“

Wichtige Kooperationen

Wehling & Busert hat darauf reagiert und geht Kooperationen ein – mit Bauunternehmern und Dachdeckerbetrieben zum Beispiel.

Mit denen verbindet die Firma auch ein weiteres gemeinsames Anliegen: der Fachkräftemangel. Aus diesem Grund ist die Südlohner Traditionsfirma nicht nur selbst Ausbildungsbetrieb, sondern stellt auch immer wieder Ausbildungsberufe im eigenen Haus vor – vorzugsweise durch eigene Azubis. Siek: „So können wir auch falsche Vorstellungen korrigieren.“

- In den 100 Jahren seines Bestehens hat sich das Unternehmen Wehling & Busert auch baulich immer wieder verändert. Als es am Ursprungsstandort an der Eschstraße schließlich zu eng wurde für das mittlerweile gewachsene Sortiment, entstand im Jahr 2000 der Neubau am Lerchenweg. - Auf 14000 Quadratmetern wurde Platz geschaffen für einen Bau-Fachmarkt mit Ausstellung (2000 Quadratmeter) und Lagerhallen (5000 Quadratmeter) einschließlich überdachter Ladezone (200 Quadratmeter). Die Türen- und die Bodenausstellung sowie die Ausstellung für Terrassendielen wurden aktuell erweitert und modernisiert. - Zum Team gehören 18 Mitarbeiter. Zudem ist Wehling & Busert Ausbildungsbetrieb – in den Bereichen Fachkraft für Logistik, Kaufleute im Einzel-, im Groß- und Außenhandel. Der Betrieb gehört zur Wesch-Gruppe
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