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The Damned: Würdiger Neustart der Punk-Überlebenden

Berlin. The Damned waren keine Punks, die mit zerrissenen Klamotten und Stachelhaaren provozierten. Aber Punk-Pioniere waren die Briten zweifellos. Auf dem neuen Album hört man davon nicht mehr viel. Ein würdevoller Neustart ist „Evil Spirits“ aber dennoch.

The Damned: Würdiger Neustart der Punk-Überlebenden

David Vanian (r) und Captain Sensible (M) sind Überlebende der Ur-Damned. Foto: Steve Gullick/Spinefarm Records/Universal

Zwar hatten The Damned als Punk-Vorreiter nie so viel Einfluss und Erfolg wie die Sex Pistols oder The Clash. Doch mit einem Song gingen sie in die Popgeschichte ein: „New Rose“ war im Oktober 1976 die allererste Punk-Single in Großbritannien.

Das ist lange her, Punk wurde zum Retro-Trend, und man fragt sich bei der Veröffentlichung neuer Musik der um 40 Jahre gealterten Pioniere unwillkürlich: Tun sich The Damned damit einen Gefallen? „Evil Spirits“, nach zehn Jahren Pause ein Comebackalbum, hebt die Musikwelt natürlich nicht mehr aus den Angeln - eine verdammt starke Rock-Platte ist dies aber allemal.

„Mich hat immer so ein Gefühl angetrieben, dass The Damned noch ein weiteres gutes Album in sich haben“, sagte Frontmann Dave Vanian, die einzige Konstante in der turbulenten Bandgeschichte, dem Musikmagazin „Mojo“. Und er räumte ein: „Ich bin selbst erstaunt, dass wir so lang überlebt haben.“ Diese Begeisterung über die eigene Zähigkeit spiegelt sich nun in jedem der kraftvollen neuen Songs.

Weder der Punk-Purismus der Damned-Frühphase noch ihre darauf folgenden Gothic-Rock-Tendenzen sind auf „Evil Spirits“ zu hören. Sondern zehn Lieder, die auf britischen Pop der Sixties (The Who, The Kinks) ebenso zurückgreifen wie auf den 70er-Jahre-Bombast von Queen, auf Spaghetti-Western-Zitate („Shadow Evocation“) oder Motown-Soul („Sonar Deceit“).

Vanians eindrucksvolle Baritonstimme dominiert den Sound dieser von Tony Visconti (David Bowie, T. Rex) wunderbar vielschichtig produzierten Platte. Aber auch die Gitarre von Damned-Mitbegründer Captain Sensible erhält viel Raum in den üppigen Arrangements. Höhepunkte eines würdevollen Neustarts: der kraftvolle Britpop von „We're So Nice“ und „Daily Liar“, der tolle Titelsong und die abschließende Mini-Rockoper „I Don't Care“.

Konzerte im Mai: 17.05. Frankfurt, Batschkapp, 22.05. München, Strom, 23.05. Berlin, SO36, 25.05. Hamburg, Fabrik

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