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Tonio und Julia

Berlin. Ein Pfarrer und eine Therapeutin, gemeinsam unter dem Dach der katholischen Kirche, stehen im Mittelpunkt einer neuen Reihe im ZDF.

Tonio und Julia

Julia Schindel (Oona Devi Liebich) ist sauer auf Tonio Niederegger (Maximilian Grill), weil er sich nicht wirklich für sie einsetzt. Foto: ZDF/Erika Hauri

Ausgerechnet eine katholische Ehe- und Familienberatungsstelle im bayerischen Bad Tölz zum Zentrum einer neuen Reihe für den Donnerstagabend zu machen, das ist schon eine recht spezielle Idee.

Jetzt muss der zweite Film aus der neuen Reihe „Tonio und Julia“ mit dem Titel „Zwei sind noch kein Paar“ am Donnerstag (19.4., 20.15 Uhr im ZDF) zeigen, ob das Format wirklich für den Hauptabend taugt. Der erste Film vom vergangenen Donnerstag kam auf eine Quote von knapp vier Millionen Zuschauern.

Tonio (Maximilian Grill) ist Pfarrer und hat in einem früheren Leben mal heftig mit seiner Mitschülerin Julia Schindel (Oona Devi Liebich) geflirtet. Doch mit dem Heiraten wird es auch jetzt nichts, denn das bleibt ihm als katholischer Pfarrer ja verwehrt.

Außerdem ist Julia verliebt in Paul (Simon Böer), der allerdings in Berlin verheiratet ist. In München verheiratet und Vater zweier Söhne ist Philipp Engelbrecht (Kai Ivo Baulitz), was ihn aber nicht daran hinderte, mit seiner Tölzer Freundin, der Friseurin Laura (Katja Studt), eine Tochter zu zeugen.

Als ob diese zwei unglückseligen Paarungen nicht genügen würden, kommt noch ein drittes Paar hinzu, bei dem die Frau ihrem Mann die Schwangerschaft verschweigt. Womit der Filmtitel „Zwei sind noch kein Paar“ vollends erklärt wäre.

Von der moralischen Unbeflecktheit der Mitarbeiter schwafelt da an seinem Arbeitsplatz der meist missmutig dreinschauende Herr Pfarrer, der doch selber immer noch unglücklich verliebt ist in Julia. Die hat trotzdem nahezu ständig gute Laune, es sei denn, sie streitet sich mit ihrem schwulen Bruder Max (Leo Reisinger), der dermaßen herumzickt, dass sein Freund Yasin (Ercan Öksüz) beschwichtigend eingreifen muss. Der ist zwar Muslim, aber ob es da konfessionelle Schwierigkeiten in der Partnerschaft gibt, wird ebensowenig thematisiert wie sonstige weltliche oder religiöse Probleme anderer Menschen. Das eine oder andere wird allenfalls kurz angerissen, aber meistens sind die Hauptfiguren mit sich selbst beschäftigt.

Die Schauspieler - unter der Regie von Kathrin Kulens Feistl (46, „Bin ich sexy?“) - liefern ganz ordentliche Arbeit, bei der sie wohl ihren Spaß hatten - aber mehr eben auch nicht. Das Potenzial der Thematik - althergebrachte Seelsorge versus moderne Therapie - wird kläglich verschenkt, insbesondere vor dem Hintergrund der vielen Probleme und Skandale innerhalb der katholischen Kirche.

Dafür entspannt sich ein bunter „Herzkino“-Liebesreigen zu dauerklimpender Klangsoße, dass so mancher Betrachter stöhnen möchte: „Jo mei, Herr Pfarrer“. Fazit: Diese neue Reihe ist derart seicht und holzschnittartig inszeniert, dass sie im Nachmittags- oder Vorabendprogramm besser aufgehoben wäre. Vergelt's Gott.

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