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Tore, Taktik, Stars, Europa: Die Sorgen der Bundesliga

Berlin. In acht Partien geht es am letzten Spieltag noch um etwas. Doch wie fällt die Gesamtbilanz dieser Bundesliga-Saison aus? Mehrere Zahlen werfen kein gutes Licht auf das Hochglanzprodukt.

Tore, Taktik, Stars, Europa: Die Sorgen der Bundesliga

Der FC Schalke 04 erzielte nur bei zwei seiner 17 Siege mehr als zwei Treffer. Foto: Ina Fassbender

Krimi im Abstiegskampf, mehr als ein Drittel der Bundesliga-Clubs kämpft um Europa. In acht der neun Partien des letzten Spieltags fällt am Samstag noch eine relevante Entscheidung.

Doch wie sieht es hinter der Spannungsfassade aus, wie stark ist die Liga der Weltmeister wirklich? Eine Betrachtung von wichtigen Kernzahlen beweist einen teils deutlichen Qualitätsverlust hinter dem konkurrenzlosen FC Bayern, nicht nur der Bundestrainer macht sich wegen der Taktik Sorgen.

TORE: Die Minimalisten des FC Schalke 04 stehen sinnbildlich für die Torkrise der Liga. Nur bei zwei seiner 17 Siege erzielte der Revierclub mehr als zwei Treffer, gewann viermal 1:0 - und sicherte sich so souverän den Champions-League-Platz. Insgesamt fielen bislang lediglich 2,76 Tore pro Partie, nur sechsmal war der Schnitt in der Bundesliga-Geschichte niedriger. Kein Team außer den Über-Bayern (+67) hat eine Tordifferenz von +20 - ähnlich mäßig war der zweitbeste Team der Liga zuletzt 1996. Bei bislang 24 Zählern Vorsprung auf den FC Schalke ist auch noch der eigene Liga-Rekord von 25 Punkten aus der Saison 2012/13 für die Münchner greifbar.

TAKTIK: Diese große Ausgeglichenheit der Liga hinter dem enteilten Rekordmeister ergibt sich auch aus dem immer stärkeren Trend zur gleichen Taktik: Umschaltspiel, Konter, Pressing als Zauberworte sorgen für defensive Stabilität - aber auch spielerische Armut. „Ein Kernproblem ist schon, dass man in der Bundesliga immer gegen den Ball arbeiten will“, analysierte Joachim Löw diese Saison. „Aber die Frage ist, was passiert, wenn ich den Ball habe? Das ist das Allerwichtigste.“ Er schaue die Spiele auch „als Konsument“, berichtete Kölns Geschäftsführer Armin Veh und gestand: „Da schalte ich inzwischen bei vielen Spielen weg.“

ZUSCHAUER: Und auch im Stadion wird der Andrang geringer. Zwar kamen insgesamt gut 3000 Besucher pro Partie mehr in die Stadien als noch 2016/17, dies ist allerdings durch den Austausch der zuschauerschwachen Standorte Ingolstadt und Darmstadt mit Stuttgart und Hannover begründet. Bei zwölf der verbliebenen 16 Bundesligisten sank der Schnitt dagegen im Vergleich zur Vorsaison: meist marginal, beim Hamburger SV, bei RB Leipzig, VfL Wolfsburg und vor allem Hertha BSC allerdings im vierstelligen Bereich pro Spiel. Sollte der HSV neben dem 1. FC Köln absteigen, verliert die Liga zwei Zuschauermagneten - Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Nürnberg können dies nicht ganz auffangen.

STARS: Das Rennen um die Torjägerkanone war spätestens in der Winterpause entschieden - und nicht auf sportlichem Weg. Nach dem Abgang von Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal hat Robert Lewandowski (29) fast doppelt so oft getroffen wie die folgenden Nils Petersen (15), Mark Uth und Kevin Volland (je 14), für die sich die Bezeichnung Verfolger verbietet. Der Ausverkauf von Talenten ins Ausland setzte sich nach 2016/17 (Henrik Mkhitaryan/Leroy Sané/Ilkay Gündogan/Julian Draxler), 2015/16 (Kevin De Bruyne/Roberto Firmino) und 2014/15 (Toni Kroos/Marc-André ter Stegen) fort. In Leon Goretzka hielten die Bayern nun zwar einen potenziellen Topstar in der Liga - könnten aber die Ungleichheit noch weiter manifestieren.

EUROPAPOKAL: Der Qualitätsverlust spiegelt sich auch auf internationaler Bühne wider. Viele kollektive Fehlschläge wie dieses Jahr darf sich die Bundesliga nicht mehr erlauben. Noch ist der Platz unter den Top-Vier in der Fünfjahreswertung nicht akut gefährdet, doch schon nach 2019/20 könnte das vierte garantierte Champions-League-Ticket wackeln. Mit 9,857 Punkten liegt der deutsche Fußball diese Saison noch hinter Russland und Frankreich - so schlecht war die Bundesliga zuletzt 2006/07. Auch international dominieren die Bayern und sorgten mit dem Halbfinaleinzug in der Königsklasse für mehr als 40 Prozent der deutschen Zähler.

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