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Tote bei Protesten gegen Sozialreform in Nicaragua

Managua. Seit Tagen demonstrieren in Nicaragua Menschen gegen eine Sozialreform. Sie fürchten eine deutliche Erhöhung der Beiträge. Die Proteste forderten mehrere Menschenleben und richten sich gegen die neoliberale Politik von Präsident Ortega.

Tote bei Protesten gegen Sozialreform in Nicaragua

Brennende Barrikaden in Managua: Die Proteste gegen die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um bis zu 22,5 Prozent dauern schon drei Tage an. Foto: Alfredo Zuniga/AP

Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Nicaragua sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Bislang seien „knapp zehn“ Menschen gestorben, sagte Vizepräsidentin Rosario Murillo in der Nacht zum Samstag und kündigte Gespräche an.

Bei den seit Mittwoch andauernden Protesten gegen eine Reform der Sozialversicherung kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Nach Polizeiangaben wurden dabei insgesamt auch mehr als 50 Menschen verletzt, Murillo sprach von zwei schwerverletzten Polizisten.

Die Demonstranten schleuderten am Freitag in der Hauptstadt Managua Steine auf die Beamten und errichteten Barrikaden. Die Sicherheitskräfte feuerten Gummigeschosse in die Menge. Bereits am Donnerstag waren drei Menschen bei den Krawallen getötet worden, ein 15-jähriger starb am Freitag.

Die Demonstrationen richten sich gegen die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um bis zu 22,5 Prozent für mehr als 700.000 Beschäftigte. Es sind die bislang heftigsten sozialen Proteste gegen die Regierung von Präsident Ortega. Der Präsident werde die Einladung von Wirtschaftsvertretern zu Gesprächen annehmen, sagte Murillo. Ortega werde sich heute gemeinsam mit den Chefs von Polizei und Armee an die Bevölkerung wenden, fügte die Vizepräsidentin und Präsidentengattin hinzu.

Der frühere Rebellenkommandeur Ortega hatte bereits nach dem Sieg der sandinistischen Revolution von 1985 bis 1990 regiert und war 2007 an die Macht zurückgekehrt.

Ortega hat sich von seinen sozialistischen Idealen längst verabschiedet und fährt mittlerweile einen eher neoliberalen Wirtschaftskurs. Kritiker werfen ihm vor, eine autoritäre Familiendynastie an der Staatsspitze zu etablieren und öffentliche Gelder über dunkle Kanäle in die Taschen seines Clans zu leiten.

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