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Tränen, Jubel, dann Leere: „So etwas gibt es nur in Köln“

Köln. Der Abstieg der 1. FC Köln ist nur noch rein rechnerisch zu verhindern. Trotzdem wurden die FC-Spieler nach dem 2:2 gegen Schalke von ihren Fans gefeiert.

Tränen, Jubel, dann Leere: „So etwas gibt es nur in Köln“

Kölns Fans feiern ihre Mannschaft. Foto: Federico Gambarini

Am Morgen nach dem Fast-Abstieg, den Tränen und dem bewegenden Dauerapplaus der Fans machte sich erst einmal die große Leere breit - doch riss Jonas Hector die Fans mit einem starken Zeichen aus der Trauer.

Der 27-Jährige, von den Spitzen-Clubs FC Bayern und Borussia Dortmund umworben, wird mit dem 1. FC Köln in die 2. Liga gehen und verlängerte seinen Vertrag am Tag nach dem 2:2 (1:2) gegen Schalke 04 sogar bis 2023.

Damit gab der 36-malige Nationalspieler am Montagmittag ein in dieser Form unerwartetes Zeichen an die anderen Leistungsträger wie Torhüter Timo Horn, Leonardo Bittencourt oder Dominique Heintz. In den sozialen Medien berichteten Fans von „Gänsehaut“ und „Freudentränen“, andere nannten Hector eine „Legende“. Horn hatte bereits öffentlich einen Verbleib in Aussicht gestellt, Marco Höger hat ihn schon verkündet.

„Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an“, sagte Hector. „Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen.“ Auch dass ein Anhänger dem in Tränen aufgelösten Hector nach dem 1:2 bei Hertha BSC sein in den Block geworfenes Trikot vor die Füße zurückwarf, änderte Hectors Einstellung zum FC nicht.

„Jonas ist ein außergewöhnlicher Spieler und ein außergewöhnlicher Mensch, wie es sie im heutigen Profifußball selten gibt“, sagte Sport-Geschäftsführer Armin Veh. Doch dass der FC auch ein außergewöhnlicher Verein ist, zeigte sich am Sonntag nach dem Spiel gegen Schalke. Als sich die Zuschauer rund eine Minute nach dem Schlusspfiff am Sonntag plötzlich von ihren Sitzen erhoben und die Mannschaft minutenlang beklatschten, war so manche Träne der Enttäuschung, aber auch der Rührung geflossen. „So etwas gibt es nur in Köln“, sagte Horn, gebürtiger Kölner und seit der Kindheit FC-Fan, sichtlich bewegt.

Nachdem alle eine Nacht darüber geschlafen hatten, blieb die bittere Erkenntnis: Der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga ist quasi besiegelt. Der sechste in der Vereinshistorie des FC. Und laut Marcel Risse, Torschütze zum 2:2 und ebenfalls gebürtiger Kölner, „mit Sicherheit der überflüssigste Abstieg überhaupt. Das steht außer Frage“. Auf dem Trainingsplatz waren die FC-Spieler am Montag nicht zu sehen, sie absolvierten ein Fitnessprogramm. „Wir lassen die Jungs ein bisschen in Ruhe“, berichtete Trainer Stefan Ruthenbeck: „Jeder möchte die Dinge mit sich ausmachen.“

Immerhin: Vom vorherigen Abstieg 2012 blieben Bilder von einer pechschwarzen Rauchwolke im Fanblock hängen, diesmal steigt der FC wohl erhobenen Hauptes ab. „Trotz einer extrem schlechten Saison, in der wir sehr viel falsch gemacht haben, bin ich heute stolz auf die Mannschaft“, sagte Horn, nachdem sein Team gegen den Tabellenzweiten einen 0:2-Rückstand wettgemacht hatte.

Diesen Eindruck wollen die Kölner in den restlichen drei Spielen aber keineswegs zerstören. „Für die Moral ist es wichtig, dass wir das ordentlich zu Ende bringen“, sagte Heintz. An ihm sollen Dortmund und Schalke interessiert sein. Doch nach Hectors Bekenntnis hoffen viele Fans selbst auf seinen Verbleib.

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