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Trinkwasser erhält gute Noten

Dessau-Roßlau. Das Grundwasser wird immer stärker mit Nitrat belastet. Auf das Trinkwasser hat das laut Umweltbundesamt bisher keine gefährlichen Auswirkungen. Das Wasser aus dem Hahn könnte aber teurer werden.

Trinkwasser erhält gute Noten

Das Trinkwasser in Deutschland hat laut Umweltbundesamt eine gute bis sehr gute Qualität. Foto: Lino Mirgeler

Trinkwasser hat in Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) eine gute bis sehr gute Qualität. „Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken - insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Auch der Nitratgehalt im Trinkwasser überschreite seit mehreren Jahren nur sehr selten den Grenzwert, heißt es in einem aktuellen Bericht des Bundesamtes für die Jahre 2014 bis 2016.

Weniger als jede Tausendste Trinkwasserprobe aus den größeren Wasserversorgungsanlagen liegt in Deutschland demnach über dem Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Im Grundwasser liegt der Nitratgehalt in Deutschland dagegen oft darüber. Zu den größeren Wasserversorgungsanlagen zählen Einrichtungen, die durchschnittlich mehr als 1000 Kubikmeter Wasser am Tag liefern oder mehr als 5000 Menschen versorgen. Rund 88 Prozent der Menschen in Deutschland bekommen ihr Trinkwasser aus einer größeren Wasserversorgung.

Der Gehalt von Nitrat im Trinkwasser wird vor allem deswegen streng kontrolliert, weil hohe Konzentrationen für Säuglinge gefährlich werden können. Das Nitrat kann bei ihnen zu Nitrit umgewandelt werden, was dann letztlich die Sauerstoffaufnahme beeinträchtigen kann.

Die Einhaltung des Grenzwertes im Trinkwasser stellen die Wasserversorger sicher: Wo nötig, vermischen sie zu stark belastetes Grundwasser mit unbelastetem Wasser. Das drückt die Nitratkonzentration. Das UBA weist aber darauf hin, dass das Trinkwasser durch eine aufwendigere Aufbereitung teurer wird. Im Extremfall könne der Preis pro 1000 Liter (entspricht einem Kubikmeter) um rund einen Euro steigen. Ein Zweipersonenhaushalt mit 80 Kubikmeter Wasserverbrauch zahle dann durchschnittlich 140 Euro statt bisher 95 Euro pro Jahr.

Vor zwei Wochen hatte die EU-Kommission in einem Bericht auf die zu hohe Nitratbelastung des Grundwassers in Deutschland hingewiesen. Demnach überschritten im Schnitt 28 Prozent der Messstationen im Zeitraum 2012 bis 2015 den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser. Nitrat gelangt hauptsächlich über organische Düngemittel aus der Landwirtschaft, etwa Gülle, in das Grundwasser. In Gewässern begünstigen hohe Nitratwerte ein übermäßiges Wachstum von Algen und anderen Pflanzen.

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