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„Unfassbar“: Hoffenheim feiert Champions League

Sinsheim. Gefeiert wurde in einem Event-Lokal über den Dächern von Heidelberg mit viel Gin Tonic: 1899 Hoffenheim beendet eine Saison mit großem Wirbel um Erfolgstrainer Nagelsmann als Dritter. Für die Champions League will und muss sich der Club verstärken.

„Unfassbar“: Hoffenheim feiert Champions League

1899-Coach Julian Nagelsmann (M) feiert mit seinen Spielern den direkten Einzug in die Champions League. Foto: Uwe Anspach

Irgendwo im Trubel inmitten der Rhein-Neckar-Arena stand ein völlig verschwitzter und überglücklicher Julian Nagelsmann.

„Unfassbar, dass wir noch Dritter geworden sind. Ich habe Tränen in den Augen, ein brutaler Moment“, sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim, während Hunderte von Fans auf dem Rasen den erstmaligen Einzug des Dorfvereins in die Champions League bejubelten. Dem 30-Jährigen gelang damit sein bisher größter Coup. Bis tief in die Nacht feierten Nagelsmann, seine Spieler und Clubmitarbeiter in Heidelberg den dritten Tabellenplatz zum Ende des zehnten Bundesliga-Jahres der Kraichgauer.

Zu den letzten Gästen gehörte - in weißem Hemd und in Hose mit rotem Schottenmuster - der Chefcoach selbst. Getanzt wurde auch zur Champions-League-Hymne. Im Sinsheimer Stadion könnte im Herbst nun tatsächlich Lionel Messi mit dem FC Barcelona oder Cristiano Ronaldo mit Real Madrid auflaufen. „Es ist etwas absolut Historisches“, schwärmte der Erfolgscoach der Kraichgauer. Nach dem mit viel Leidenschaft und Klasse herausgespielten 3:1 (1:0)-Sieg gegen den Mitkonkurrenten Borussia Dortmund dröhnten die Freudengesänge seiner Mannschaft durch die Katakomben.

Erster Gratulant in der Kabine war natürlich Mäzen Dietmar Hopp. „Das größte Ereignis überhaupt! Das ist das fünfte oder sechste Wunder von Hoffenheim“, sagte der 78-Jährige. „Ich bin unglaublich stolz auf diesen kleinen, aber immer weiter wachsenden Verein und den heutigen Erfolg.“ Hopp verschonten die Spieler noch mit einer Bierdusche. Bei der Pressekonferenz erwischte es aber Nagelsmann, als seine Spieler mit „Europapokal“-Gesängen das Podium eroberten.

Eine Qualifikationsrunde in der Königsklasse wie in der abgelaufenen Spielzeit, als die Hoffenheimer am späteren Finalisten FC Liverpool scheiterten, bleibt dem Club diesmal erspart. Mit der internationalen Doppelbelastung hat die TSG bei der lehrreichen Europa-Premiere Erfahrung gesammelt. „Die nächste Saison wird vielleicht noch härter als diese“, prophezeite der kroatische Stürmer Andrej Kramaric, neben Adam Szalai und Pavel Kaderabek einer der drei Torschützen.

„Das werden tolle Herausforderungen“, sagte Nagelsmann im ZDF-„Sportstudio“ frohgelaunt zu den Spielen in der Königsklasse. „Ob es dazu reicht, beim FC Barcelona oder bei Manchester City zu gewinnen, weiß ich nicht.“

Bei Zusatzeinnahmen von mindestens 30 Millionen Euro in der Champions League kann die TSG auf dem Transfermarkt aber zuschlagen - und das muss sie auch. In Torjäger Mark Uth (zu Schalke 04) und Nationalspieler Serge Gnabry (zurück zum FC Bayern München) verliert Nagelsmann in seinem möglicherweise letzten Jahr bei der TSG zwei Hochkaräter im Angriff. Zudem fällt Mittelfeldspieler Lukas Rupp mit einem Kreuzbandriss länger aus.

Nicht sicher ist der Verbleib von U21-Europameister Nadiem Amiri, in dessen bis 2020 datierten Vertrag eine Ausstiegsklausel steht. „Treue-Bekenntnisse mache ich nicht. Erstmal heute Abend feiern, Urlaub - dann sehen wird weiter“, sagte er. Als Neuzugänge gehandelt werden unter anderen Schalkes Max Meyer, der Kölner Leonardo Bittencourt und Alfred Finnbogason vom FC Augsburg.

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