Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Van Morrison als fleißiger Serienarbeiter

Berlin. Drei Alben in nur sieben Monaten - ein erstaunliches Pensum für einen 72-Jährigen wie Van Morrison. Allerdings: Neue Songs sind nicht dabei. Wechselt der Nordire in die künstlerische Altersteilzeit?

Van Morrison als fleißiger Serienarbeiter

Van Morrison hat die letzten Monate vorzugsweise im Studio verbracht. Foto: Marta Perez/EFE

Bob Dylan hat es bereits getan, jetzt zieht Van Morrison als ähnlich bienenfleißiger Studio-Arbeiter nach: mit einer Serie von gleich drei Alben in kurzer Zeit zu Songs aus der Vergangenheit, die er besonders liebt und verehrt.

Bei Dylan (76) waren es von 2015 bis 2017 vor allem Lieder, die einst Frank Sinatra groß gemacht hatte(n), und Stücke aus dem Great American Songbook. Morrison (72) hat seine drei Alben nun sogar innerhalb eines knappen Dreivierteljahres abgeliefert - mit neu aufgenommenen Blues- und Jazz-Standards sowie frischen Interpretationen eigener Klassiker.

„You're Driving Me Crazy“ komplettiert nach „Roll With The Punches“ und „Versatile“ den Morrison-Dreier. Dafür hat sich der von der britischen Queen in den Adelsstand erhobene Nordire „Sir Van“ wieder eine kompetente Band zusammengesucht, aus der er Joey DeFrancesco hervorhebt. Der 47-jährige US-amerikanische Jazz-Organist und Trompeter, der mit Miles Davis und John McLaughlin zusammenarbeitete, heizt Morrisons Spielfreude hörbar an.

Die Mischung entspricht dem Konzept der beiden (mit hohen Charts-Platzierungen belohnten und auch bei der Kritik erfolgreichen) Morrison-Vorgänger. Erneut stehen also gut abgehangene Songs aus Blues und Jazz wie „Miss Otis Regrets“ oder „Every Day I Have The Blues“ neben Liedern, die der große Sänger und Songwriter aus Belfast seit den 60er Jahren schrieb - diesmal beispielsweise „All Saints Day“, „The Way Young Lovers Do“ oder „Have I Told You Lately“, in teilweise radikal veränderten Versionen.

Wie schon bei Dylan kann man sich fragen, ob Van Morrison mit seinen drei neuesten Alben gerade in die kreative Altersteilzeit wechselt. Die Haltbarkeit der „ollen Kamellen“ auch auf „You're Driving Me Crazy“ ist gleichwohl bemerkenswert.

Konzerte: 11.7. Montreux Jazz Festival/Schweiz; 1.8. Köln; 2.8. Schwetzingen

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Erneuerer oder doch eher Traditionspfleger? Das zweite Großwerk des Saxofonisten Kamasi Washington macht die Sache noch nicht klarer. Aber auch „Heaven And Earth“ dürfte den Jazz wieder weltweit in die Popcharts bringen.mehr...

Berlin. Als solider Sidekick großer US-Musiker ist der freundliche Lockenkopf Phil Cook schon länger bekannt. Auch ein mit Südstaaten-Soul und Gospel gewürztes Soloalbum zeigt nun sein großes Potenzial.mehr...

Berlin. Sein melodisches Gitarrenspiel für The Smiths gilt als eine der besten Errungenschaften der popmusikalisch schlecht beleumundeten 80er. Als Solokünstler war Johnny Marr indes nur in Maßen erfolgreich. Mit dem neuen Album könnte sich das ändern.mehr...

Berlin. Ihrem Sound sind Madsen treu geblieben. Die Band aus Niedersachsen liefert auch auf dem siebten Studioalbum „Lichtjahre“ ihren Rock-Pop-Punk-Mix ab. Doch die Texte handeln mehr vom Ringen mit dem eigenen Widerwillen als früher.mehr...