Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vater muss für Missbrauch seiner Tochter ins Gefängnis

Dreijährige missbraucht

Die Tat ist unfassbar. Vor rund sechs Monaten hat ein Vater seine erst dreijährige Tochter missbraucht. Dafür muss er jetzt ins Gefängnis.

von Jörn Hartwich

,

Bochum

, 02.07.2018
Vater muss für Missbrauch seiner Tochter ins Gefängnis

Weil er seine dreijährige Tochter missbrauchte, wurde ein Vater zu vier Jahren Haft verurteilt. © picture alliance / dpa

Die Richter am Bochumer Landgericht haben am Montag vier Jahre Haft verhängt. Die Staatsanwältin hatte sogar über fünf Jahre Gefängnis beantragt.

Der Angeklagte hatte den sexuellen Übergriff zunächst bestritten, dann zugegeben und zuletzt wieder bestritten. Sein zwischenzeitlich vor Gericht unter Tränen abgelegtes Geständnis war von ihm überraschend widerrufen worden.

Tochter musste aussagen

Die Richter hatten deshalb zu einer kaum vorstellbaren Maßnahme greifen müssen: Sie hatten die Dreijährige als Zeugin vernehmen müssen. Das kleine Mädchen war dazu mit einem Stofftier im Gericht erschienen – an der Hand seiner Mutter.

Der Missbrauchsvorwurf geht auf den 12. Dezember 2017 zurück. Die Mutter des Kindes war nicht zu Hause, der Vater sah sich auf dem Handy einen Pornofilm an. Dabei soll er die Dreijährige in seine sexuellen Phantasien einbezogen haben.

Seine Tochter hatte damals sofort von dem im Urteil festgestellten Übergriff erzählt. Die Mutter hatte dem Mädchen noch am selben Tag diese, eher belanglose, Frage gestellt: „Na, was hast Du denn heute Schönes mit Papa gemacht?“ Die Antwort muss dann ein absoluter Schock gewesen sein.

Angeklagter bestreitet Tat

Im Prozess hatte der 35-Jährige am Ende behauptet, dass sich seine Tochter alles nur eingebildet und Szenen aus dem Pornofilm auf sich bezogen habe, die sie - zugegebenermaßen – auf seinem Handy gesehen habe. Außerdem war er der Auffassung, dass das, was ihm vorgeworfen werde, schon anatomisch gesehen nicht funktionieren könne. Deshalb hatte er zuletzt sogar eine Vermessung seines Geschlechtsteils beantragt. Das haben die Richter allerdings nicht veranlasst.