Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Vermögen aufbauen: Warum Norwegen ein gutes Vorbild ist

Oslo/Berlin. Reich werden wollen viele. Die wenigsten wollen aber etwas dafür tun. Klar aber ist: Mit Sparen allein ist es nicht getan. Besser wäre es, das Geld zu investieren. Aber wie? Ein Vorbild könnte Norwegen sein.

Vermögen aufbauen: Warum Norwegen ein gutes Vorbild ist

Clemens Bomsdorf: „So werden Sie reich wie Norwegen - Genial einfach ein Vermögen aufbauen“, Campus 2018, 224 Seiten, ISBN 978-3-593-50849-8, 19,95 Euro. Foto: Campus Verlag

Norwegen ist ein glückliches Land. Finanziell haben die rund 5,1 Millionen Einwohner ausgesorgt. Dank des Ölreichtums ist jeder Norweger rein rechnerisch Kronen-Millionär.

Das Geld, das durch den Verkauf von Öl und Gas hereinkommt, investiert das Land seit 1996 in einen Staatsfonds, den sogenannten Pensionsfonds. Dessen Vermögen liegt mittlerweile bei rund 8,3 Billionen Kronen (rund 860 Milliarden Euro). Umgerechnet auf jeden Einwohner ergibt das in etwa ein Vermögen von über 160 000 Euro.

So reich werden kann man auch in Deutschland. „Die meisten Sparer machen einen Fehler“, sagt Clemens Bomsdorf. „Sie legen das Geld einfach nur beiseite, statt es zu investieren.“ Und damit verschenken sie Rendite. Bomsdorf arbeitet als Korrespondent in Skandinavien und hat viel über den Pensionsfonds berichtet. Dabei merkte er schnell: „Der Fonds macht es besser.“ Die Anlagekriterien sind transparent, die Strategie und die Investments werden offengelegt. Und so entstand die Idee, die norwegische Anlagestrategie in einem Buch zu erklären.

Der Fonds taugt durchaus als Modell für Anleger, findet Annabel Oelmann. „Hierzulande sind die meisten Anleger risikoavers“, hat die Chefin der Verbraucherzentrale Bremen in ihrer langjährigen Praxis beobachtet. Will heißen: Kursschwankungen bei Aktien oder Fonds werden als gefährlich wahrgenommen, Zinszahlungen von Banken - und seien sie noch so gering - als sicher. Aber Oelmann betont: „Ohne Risiko mache ich Verlust.“

Der Grund: Auf einem Tagesgeld- oder Girokonto gibt es kaum bis gar keine Zinsen. Da die Inflation derzeit in jedem Fall höher ist als diese Rendite, verliert das Geld kontinuierlich an Wert. Was können Anleger vom Pensionsfonds also lernen? Vier Punkte:

- Anlagehorizont: „Ziel des Fonds ist es, das Geld aus dem Ölgeschäft so anzulegen, dass der Staat langfristig etwas davon hat“, erklärt Bomsdorf. Der Pensionsfonds investiert also das Geld, ohne dabei auf kurzfristige Kursschwankungen zu achten. Und das macht sich bezahlt: Zwar gibt es bei Aktien das Risiko der Kursschwankungen. Dieses wird aber in der Regel mit höheren Renditen belohnt. Mit dieser Strategie konnte der norwegische Pensionsfonds seit 1998 eine jährliche Rendite von sechs Prozent erwirtschaften.

„Für private Kleinanleger sind Investitionen in einzelne Aktientitel aber zu riskant“, sagt Oelmann. Sie rät, stattdessen eher breitgestreute Investmentfonds oder Indexfonds (ETFs) zu kaufen. „Je nach Risikoneigung kann in reine Aktienfonds oder auch Mischfonds, die sowohl Aktien- als auch Anleihen enthalten, investiert werden.“

- Streuung: Nicht alles auf eine Karte setzen. Laut Bomsdorf hält der norwegische Fonds derzeit Aktien von 9000 Unternehmen. Dabei setzen die Anleger nicht nur auf Größen wie Apple oder Daimler, sondern auch auf kleinere Unternehmen. Small Caps machten 2016 einen Anteil von zehn Prozent des Aktienvermögens aus. Außerdem ist das Geld des Pensionsfonds rund um die Welt angelegt, und der Fonds kauft Anleihen von Unternehmen und Staaten. Ergänzt wird das Portfolio durch Investitionen in Immobilien.

- Disziplin: Das Volumen des Pensionsfonds ist gewaltig. „Die Hälfte davon besteht aber aus den Einzahlungen“, erklärt Bomsdorf. Die andere Hälfte sind die Gewinne. Anders gesagt: Die norwegische Regierung spart diszipliniert und konsequent. Auch das ist übertragbar: Wer jeden Tag einen Euro spart, hat nach 20 Jahren 7200 Euro angesammelt. Unterstellt man die Wertentwicklung des Fonds, also sechs Prozent jährlich, ergibt das ein Vermögen von 16 000 Euro.

- Fehler machen: Nicht alle Investments des Pensionsfonds haben sich so entwickelt wie gehofft. Denn auch Profis gelingt keine perfekte Auswahl. „Fehler gehören dazu“, sagt Oelmann. „Nur so kann ich auch lernen.“ Wer sein Geld gut verteilt hat, wird aller Voraussicht keinen Totalverlust machen. Der Grund: Da nie alle Anlageklassen gleichzeitig ins Minus geraten, ist das Risiko entsprechend begrenzt.

Literatur:

Clemens Bomsdorf: „So werden Sie reich wie Norwegen - Genial einfach ein Vermögen aufbauen“, Campus 2018, 224 Seiten, ISBN-13: 978-3-593-50849-8, 19,95 Euro

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-180509-99-233771
Clemens Bomsdorf: „So werden Sie reich wie Norwegen - Genial einfach ein Vermögen aufbauen“, Campus 2018, 224 Seiten, ISBN 978-3-593-50849-8, 19,95 Euro. Foto: Campus Verlag

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Frankfurt/Main. Die D-Mark steht für Stabilität und Aufschwung. Die 1948 eingeführte Währung hat die Entwicklung Deutschlands nach dem Krieg mitgeprägt. Und noch immer haben Mark und Pfennig nicht völlig ausgedient.mehr...

Berlin. Arbeitnehmer können seit Beginn des Jahres von neuen Regeln bei der betrieblichen Riesterrente profitieren: So sind Leistungen bei der Auszahlung von Sozialversicherungsbeiträgen befreit.mehr...

Berlin. Gute Zinsen sind derzeit rar. Aber es gibt durchaus attraktive Angebote. Vor allem Neukunden profitieren von Werbeangeboten der Banken. Aktive Sparer können das gezielt für sich nutzen.mehr...

Bremerhaven. 1998 wurden in Supermärkten die ersten Boxen zum Recycling von Altbatterien aufgestellt. Doch dort landet nur knapp die Hälfte des Mülls. Warum bringen Verbraucher nicht mehr zurück?mehr...

Wiesbaden. Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen. Dieses Sprichwort lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf die Ausgaben. Mit der Einschulung müssen Eltern jedenfalls mit neuen Posten rechnen.mehr...

Stuttgart. Eine Reha-Patientin unternahm mit Mitpatienten einen abendlichen Ausflug zu einer Gaststätte und verunglückte dabei. Handelt es sich in diesem Fall um einen Arbeitsunfall? Dazu urteilte das Landessozialgericht Baden-Württemberg.mehr...