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Achteinhalb Jahre Haft für Räuber

Vier bewaffnete Überfälle in sechs Tagen

Bochum Rasante Raub-Serie in Herne: Ein früherer Fitnesstrainer (55) beging innerhalb von vier Tagen sechs bewaffnete Überfälle, nachdem er seinen Arbeitsplatz verloren hatte. Freitag ist er am Bochumer Landgericht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Ausgangspunkt für die Überfallserie zwischen dem 24. und 30 September 2017 war, dass der vielfach vorstrafte 55-Jährige nach seiner Kündigung im Fitnessstudio wegen eines Diebstahl-Verdacht – laut Urteil - „fürchterlich abgestürzt“ ist. Der vielfach vorbestrafte Mann hatte sich nach eigenen Angaben völlig aufgegeben und täglich mit Kokain zugedröhnt. In dieser Phase überfiel er schließlich binnen sechs Tagen drei verschiedene Spielhallen sowie einen Rewe-Markt - und erbeutete 1290 Euro.

Trotz eines Messer fiel der Angeklagte bei den Taten stets durch besonders ruhiges, friedliches und höfliches Verhalten auf. Besonders bizarr: Beim ersten Coup wollte ihm die gerade frisch überfallene Spielhallen-Aufsicht laut Urteil sogar noch helfen, weil der 55-Jährige beim Fliehen offenbar Probleme hatte, die Tür aufzukriegen.

Aufrichtiges und reuiges Geständnis

Die Richter würdigten beim Urteil zwar sein tadelloses Verhalten vor Gericht sowie das aufrichtige und reuige Geständnis. „Wie Sie sich hier dargestellt, was und wie Sie uns alles gesagt haben, das war Schadensbegrenzung in höchstem Maße“, sagte Richter Volker Talarowski. An einer harten Bestrafung führte jedoch kein Weg vorbei. Selbst mit achteinhalb Jahren blieb das Gericht an der untersten Grenze eines möglichen Strafmaßes.

Einen Teil der Strafe soll der Vierfach-Räuber in einer geschlossenen Entzugsklinik verbüßen dürfen. Ehe diese Therapie beginnen kann, muss der Herner wegen widerrufenen Bewährungsstrafen im für ihn schlimmsten Fall jedoch noch mehr als fünf Jahre im Gefängnis absitzen.

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