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Von Berlin nach Bielefeld: Neue Heimat für Gomringer-Gedicht

Bielefeld. In Berlin soll das angeblich sexistische Gedicht von Eugen Gomringer auf einer Fassade übermalt werden, in Bielefeld hat es nun eine Zukunft: „Avenidas“ schmückt seit Mitte der Woche die Außenwand der Jugendstil-Villa von Marcus und Helen Knauf in der ostwestfälischen Stadt. Mit den aus ihrer Sicht schlicht poetischen acht spanischen Zeilen über Blumen, Frauen und Alleen wollen die Eheleute auf etwa 12 Quadratmetern weißer Wandfläche ein Zeichen für die Kunstfreiheit setzen.

Von Berlin nach Bielefeld: Neue Heimat für Gomringer-Gedicht

Die Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Das Gedicht des Alice-Salomon-Poetikpreisträgers Gomringer steht seit 2011 an der Fassade der gleichnamigen Hochschule in Berlin. Es ist umstritten, seit vor zwei Jahren Studierende die Verse in einem offenen Brief als frauenfeindlich kritisierten. Nach einer langen und teils erbittert geführten öffentlichen Diskussion hatte das Hochschulparlament daraufhin im Januar beschlossen, das Gedicht bei einer Fassadenrenovierung im Herbst zu übermalen.

Die Debatte hatten auch die Knaufs mitverfolgt und schon vor Monaten beschlossen, dem Gedicht eine neue Heimat geben zu wollen - an der eigenen Hausfassade. Sie setzten sich mit dem Dichter in Verbindung und erwarben schließlich das Recht, es zu benutzen. Am Mittwoch brachte ein Fassadenmaler das Gedicht an.

„'Avenidas' hat vieles was große Kunst ausmacht: Es ist leicht verständlich, zeitlos und einfach schön“, erklärt Marcus Knauf. Gleichzeitig sei die Bielefelder-Version auch als Debatten-Beitrag zu verstehen: „Der Sexismus-Vorwurf ist aus meiner Sicht absurd. Wer sich an solchen Zeilen aufhängt, ohne sich um die echten Probleme zu kümmern, diskreditiert das Anliegen von Feminismus geradezu“, sagt Knauf. Das Westfalen-Blatt hatte zuvor berichtet.

Auch Gomringers Wohnort, das nordbayerische Rehau, will ein ähnliches Zeichen setzen und das Gedicht großflächig anbringen lassen.

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