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Alarmstufe Violett

Vreden/Ahaus Gestern, 15 Uhr: Die Menschen des Westmünsterlandes blicken in einen bedrohlich gelben Himmel, und die Feuerwehr sieht auf ihrem Einsatzmonitor violett: die Farbe, die der Wetterdienst für die höchste Unwetterwarnung reserviert hat.

22.06.2008

Alarmstufe Violett

<p>Entwurzelte Bäume haben den durchweichten Straßenrand in Lünten angehoben. </p>

Zwei Stunden später: Nur noch umgefallene Bäume und abgedeckte Dächer erinnern an den Sturm, der gerade über den Nordkreis gezogen ist. Betroffen waren vor allem Ahaus, Vreden - insbesondere die Bauerschaft Ammeloe - und Gronau.

In allen drei Städten haben die Einsatzkräfte zwar bis in den Abend alle Hände voll zu tun, um die Straßen zu räumen. "Aber eigentlich sind wir noch sehr glimpflich davongekommen", freut sich Wolfgang Ahler, der stellvertretende Leiter der Feuerwehrleitstelle, rückblickend. Denn: Weder bei den 100 Einsätzen, die die Feuerwehr registriert hat, noch bei den 25 Einsätzen, die die Polizei absolvieren musste, wurde jemand verletzt.

Wehr in Bereitschaft

Das haben die Einsatzkräfte am Nachmittag bestenfalls hoffen können, die Prognosen haben anderes befürchten lassen: "So eine Warnung habe ich noch nie im Dienst erlebt", berichtet Ahler. Das Schneechaos - das war auch ein violettes Wetterereignis. "Danach gab es schon 'mal häufiger rot", aber eben nie die höchste Warnstufe: violett.

Ahler reagiert sofort, als ihn die Meldung erreicht: 250 Feuerwehrleute rücken kreisweit aus. Alarmiert sind aber ab 16 Uhr alle - von Isselburg bis Nienborg. "Reine Vorsichtsmaßnahme", so Ahler.

"Es war schlimm", sagt auch der Sprecher der Polizei, Norbert Giesing, "aber eben nicht so schlimm wie befürchtet". Die plötzlich aufbrechende Naturgewalt habe nicht nur Bäume umgeknickt, sondern teilweise auch den Asphalt deformiert. Die Folge: Der ohnehin rare Sonntagsverkehr kommt am Sonntagnachmittag stellenweise ganz zum Erliegen. "Auf der Baumwollstraße ging gar nichts mehr", so Giesing. Sie musste mehrere Stunden gesperrt werden,

Während des Unwetters ist der Kreis Borken, der münsterlandweit am stärksten betroffen ist, zwei geteilt: Im Südkreis fällt kaum ein Tropfen Regen, während der Nordkreis unter Starkregen und Sturm zu leiden hat. Nach Auskunft der Feuerwehr seien vor allem in Gronau Keller voll gelaufen.

Ammeloe und Lünten

Aber auch regional gibt es große Unterschiede: In Vreden ist vor allem die Bauerschaft Ammeloe in Mitleidenschaft gezogen - gleich nach Lünten. sy-

Alarmstufe Violett

<p>In Lünten hat der Sturm dieses Dach abgedeckt. Noch schlimmer war die Bauerschaft Ammeloe betroffen. MLZ Fotos (2) Stroetmann</p>

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