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Berufliche Perspektive für Geflüchteten

Firma Severt unterstützt Flüchtling aus Afghanistan

Hanif Sayedi floh mit seiner Familie aus seiner Heimat Afghanistan. Der gelernte Schweißer arbeitet nun bei Severt. Ganz ohne Förderung ging das nicht.

Vreden

08.04.2018
Berufliche Perspektive für Geflüchteten

Mohammad Hanif Sayedi ist jeden Tag mit großer Freude bei der Arbeit.

Vielfalt ist bei der Firma Wilhelm Severt Maschinenbau in Vreden längst an der Tagesordnung. Ein großer Teil der Belegschaft hat eine andere als die deutsche Staatsangehörigkeit. Daher war es für das Unternehmen naheliegend, auch geflüchteten Menschen eine Chance zu bieten.

„Mit Mitarbeitern vieler Nationen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, betont Clemens Elsing, technischer Leiter und Prokurist bei Severt. Egal ob aus Afrika, Südamerika, Europa oder Osteuropa – viele Nationen sind im Unternehmen vertreten. Mit Mohammad Hanif Sayedi ist nun ein afghanischer Mitarbeiter dazu gekommen, erklärt die Agentur für Arbeit in einer Pressemitteilung. Vorgeschlagen hat ihn Dieter Overkämping, Arbeitsvermittler im Integration Point der Agentur für Arbeit Coesfeld.

Vorerfahrungen

„Ich habe gehört, dass die Firma Severt bereit ist, einen Geflüchteten einzustellen. Mohammad Hanif Sayedi brachte Interesse an einer Tätigkeit im Metallbereich mit und konnte auch einige Vorerfahrungen aus seinem Heimatland vorweisen. Daher habe ich mit Clemens Elsing Kontakt aufgenommen“, berichtet Dieter Overkämping. Gemeinsam vereinbarte man ein Praktikum, in dem Sayedi einen Monat lang beweisen konnte, dass er der Richtige für das Unternehmen ist. Jeden Morgen um 5 Uhr ist der in Vreden lebende junge Mann mit dem Rad zur Arbeit gekommen. „Viele Praktikanten schaffen es nicht, so früh da zu sein“, erklärt Clemens Elsing. Bei Sayedi war das jedoch kein Problem. Vor allem aber fachlich konnte er überzeugen. „Wir merkten schnell, dass er sich mit der Materie auskannte“, fügte Manuel Muhr, Abteilungsleiter der Roboterschweißerei, hinzu.

Schweißkurs besucht

Bevor Sayedi mit seiner Familie aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist, hat er bereits als Schweißer gearbeitet. „Allerdings nicht mit dem Schweißverfahren, das wir hier nutzen“, erklärt Manuel Muhr von der Firma Severt. „Es war schnell klar, dass wir hier unterstützen mussten, denn für eine Tätigkeit sind entsprechende Kenntnisse natürlich notwendig“, berichtet Dieter Overkämping.

Mit Förderung der Agentur für Arbeit konnte Mohammad Hanif Sayedi einen Schweißkurs besuchen, den er sogar in einem Monat, statt der geplanten zwei Monate abschließen konnte. Seit Januar arbeitet er nun bei der Firma Severt und kann damit in eine positive Zukunft für sich und seine Familie blicken. Beruflich lernt er weiterhin jeden Tag dazu, wie Manuel Muhr berichtet: „In einem Kurs erhält man grundlegende Kenntnisse, die Erfahrung und Routine kommen im Betrieb.“

Sprachkenntnisse

Dabei steht das Erklären aufgrund der sprachlichen Hemmnisse nicht so im Vordergrund: „Wir müssen vieles zeigen, um sicherzustellen, dass es trotz sprachlicher Hemmnisse richtig aufgenommen wird. Das machen wir bei vielen Mitarbeitern so und haben gute Erfahrungen damit“, erklärt Manuel Muhr. Doch auch an den sprachlichen Kenntnissen arbeitet der 35-Jährige derzeit, um sich auch hierbei zu verbessern.

Für Dieter Overkämping ist die Integration von Mohammad Hanif Sayedi ein schöner Erfolg: „Der Einstieg in das Berufsleben in Deutschland ist für ihn gelungen. Durch seine Motivation und sein Engagement konnte er überzeugen. Es braucht aber immer auch Unternehmen, die diesen Menschen eine Perspektive bieten, auch, wenn es zunächst eine intensivere Einarbeitung benötigt.“ Dass sich dies lohnt, kann die Firma Severt bestätigen.