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Man muss loslassen können

Vreden Viel und intensiv nachgedacht habe er in den vergangenen sechs Wochen und letztlich die Entscheidung getroffen: "Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Ich werde im Juni 2009 nicht wieder als Bürgermeisterkandidat antreten", machte Hermann Pennekamp es gestern offiziell.

19.06.2008

Man muss loslassen können

<p>Der Bürgermeister im Kreise der CDU-Spitze vor dem "Alten Rathaus" (v. l.): Marlies Röring, Michael Hilbring, Heinz Gewering, Hermann Pennekamp, Hermann-Josef Sönnekes, Elisabeth Ingenhorst und Bernd Schlipsing. Winter-Weckenbrock</p>

Der CDU-Stadtverbands- und Fraktionsspitze hatte er am Mittwochabend seinen Entschluss mitgeteilt, die Rathaus-Mitarbeiter gestern Morgen vor dem Pressegespräch per e-Mail in Kenntnis gesetzt. Im Café im Alten Rathaus, in dem Gebäude, in dem er seine kommunalpolitische Karriere 1969 begann, fand Pennekamp deutliche Worte: "Es ist Zeit für einen Generationswechsel", führte der Bürgermeister - im übrigen an seinem 64. Geburtstag - als einen Grund an. "Man muss auch loslassen können, das ist ganz wichtig", betonte er. Mit dann 65 Jahren aus dem Amt zu scheiden, das sei der richtige Zeitpunkt. Obgleich ihm die Änderung der NRW-Gemeindeordnung - eine Altersgrenze gibt es nicht mehr - ein Weitermachen erlaubt hätte. Und etwa noch einmal für eine "Halbzeit" anzutreten, lehne er ab: "Ich bin für einen klaren Schnitt." Doch nicht nur die Altersfrage, auch der Vergleich des Erreichten mit seinen "Wahlversprechen" - Pennekamp riss die Bereiche Wirtschaft, Arbeitsplätze, Bildung an - ließen den Schnitt zu: "Ich habe zurückgeblättert - das Gröbste ist erledigt."

CDU-Stadtverband und -Fraktion bedauerten und respektierten zugleich die Entscheidung, betonten gestern unisono Fraktionschef Heinz Gewering und Stadtverbandsvorsitzender Hermann-Josef Sönnekes. Mit großem Applaus hätten die Vredener Christdemokraten Hermann Pennekamp am Mittwoch für seine geleistete Arbeit gedankt. Ein Gremium - die Spitzen von Stadtverband, Fraktion und der amtierende Bürgermeister - werde in den nächsten Wochen mit geeigneten Kandidaten sprechen und Vorschläge erarbeiten - bei einer für den Herbst anvisierten Versammlung würden die Vredener CDU-Mitglieder letztendlich über die Kandidatenfrage entscheiden, blickte Hermann-Josef Sönnekes voraus.

Was sagt die Opposition? Häufig kontrovers diskutiert, aber auch häufig gut zusammengearbeitet habe er mit dem Bürgermeister, bilanzierte Reinhard Laurich (SPD) auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Die Entscheidung zur Nicht-Kandidatur habe er erwartet - ebenso wie Helma Benke (Grüne). "Wir haben zu schätzen gewusst, dass er für ein faires Arbeitsklima im Rat gesorgt hat", blickte sie zurück.

Bürgernah und kompetent habe Pennekamp sich aktiv für Vreden eingesetzt, fasste Andreas Wethmar (UWG) zusammen. Mit der Besetzung der Beigeordnetenstelle sei ein Generationswechsel in der Führungsspitze erfolgt, der durch Pennekamps Nicht-Kandidatur nun Fortsetzung finde. ewa

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