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Puristisch barock

11.06.2008

Puristisch barock

Vreden Hans-Jakob Gerlings In der westmünsterländischen Konzertreihe "Sommer - Schlösser - Virtuosen" trat das Kammerorchester Sinfonietta Köln unter der Leitung von Cornelius Frowein mit Sopranistin Martina Schilling und dem Organisten (Foto) in der Barockkirche in Zwillbrock auf.

Brücken geschlagen

Sie schlagen an diesem Sonntagabend Brücken über Musikgenerationen und beginnen mit dem "Concerto grosso op. 6 Nr. 1" von Georg Friedrich Händel. Bei dem rein orchestralen Werk nimmt Frowein bei schönen Tempi das Wechselspiel des punktierenden Basses und der anmutigen Musikbögen der Violinen puristisch barock. Auf Vibratosparflamme wird hier gekocht, Fugenansätze vernetzen sich, impulsierende Dynamik mündet in einen kurzen und bündigen Schluss.

Das Generalbass begleitende Cembalo wird dann weggeräumt, das Streichensemble für das nächste Werk verkleinert und Wiener Klassik erfüllt die schöne Barockkirche. Es folgen Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart, Froweins musikalisches Steckenpferd. Gerlings phantastisches Orgelspiel ergänzt perfekt den mozartschen Humor und Ernst. Dann strahlt Martina Schilling musikalische Souveränität aus, singt empfindsam, geschmeidig und gewinnt direkt mit "Salve Regina" von Felix Mendelssohn die Herzen des Publikums.

Auch nach der Pause reißt die Spannung nicht ab. Händels "Concerto in B-Dur HWV290" ist kompositorisch eine typische Orgel-Orchester-Gegenüberstellung, wobei Frowein das Orchester stark zurücknimmt um Gerlings figurierende Ausschmückungen und virtuose Läufe ins rechte Licht zu rücken. Schön dabei das Glockengeläut von St. Franziskus.

Spontaner Applaus

Bei Mozarts "Ergo interest, an quis Quaere superna KV 143" applaudiert das Publikum spontan, trotz vorheriger Bitte von Bruder Hubert, die geistliche Stille zu bewahren.

Der Konzertabschluss bildet reiner Streicherklang von Mendelssohn, die Zugabe gibt es draußen durch das Vogelgezwitscher in Zwillbrocks freier Natur. Hanne Feldhaus-Tenhumberg

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