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Wachstum bei freien Stellen gestoppt

Nürnberg. Von einer Trendwende kann nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit keinesfalls die Rede sein. Trotzdem scheinen die Zeiten des scheinbar ungebremsten Stellenwachstums zu Ende zu gehen.

Wachstum bei freien Stellen gestoppt

Die Nachfrage nach Arbeitskräften stagniert auf hohem Niveau. Foto: Christian Charisius

Noch bis Dezember 2017 ging die Kurve steil nach oben - inzwischen scheint das lange Zeit starke Wachstum beim Stellenangebot erst einmal gestoppt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stagniere auf hohem Niveau.

Das berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Veröffentlichung ihres Stellenindex BA-X für April. Im April lag der aus den Stellenmeldungen ermittelte Indikator bei 251 Punkten - und damit in etwa auf dem Niveau der vorangegangenen drei Monate. Der Indikator zeigt die Entwicklung des Arbeitsmarktes seit 2004 an, damals lag der Wert bei 100.

Trotz der „Abflachung“ sei die Arbeitskräftenachfrage aber weiterhin hoch, versicherte die Bundesagentur. Besonders stark zugelegt habe das Stellenangebot in der Informations- und Kommunikationsbranche mit einem Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gefolgt von der Industrie (plus 24 Prozent) sowie Verkehrs- und Logistikunternehmen (plus 19 Prozent). Viele freie Stellen gebe es weiterhin in Zeitarbeitsunternehmen. Die absolute Zahl der freien Stellen will die Bundesagentur mit den April-Arbeitslosenzahlen an diesem Freitag (27. April) veröffentlichen.

Auch nach Beobachtungen des Münchner Ifo-Instituts zögern inzwischen manche Unternehmen mit der Einstellung von neuem Personal. Entsprechend sank das Ifo-Beschäftigungsbarometer für April zum dritten Mal in Folge. „Der Job-Boom der vergangenen Monate ist erst einmal vorbei“, stellten die Konjunkturforscher fest.

Mir nachlassender Dynamik auf dem Arbeitsmarkt rechnen in den kommenden Monaten auch von dpa befragte Volkswirte deutscher Großbanken. Dennoch müsse man sich zumindest mittelfristig keine großen Sorgen um den deutschen Arbeitsmarkt machen, betonten die Experten. „Die Lage bleibt positiv. Ich rechne mit einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit und einem weiteren Aufbau der Beschäftigung“, ist etwa DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein überzeugt. Daher halten die meisten Ökonomen an ihrer optimistischen Prognose fest: Für 2018 rechnen sie mit einem durchschnittlichen Rückgang der Erwerbslosenzahl um 100.000 bis 150.000 auf 2,3 bis 2,35 Millionen.

Im April dürften nach ihren Berechnungen 2,37 Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen sein. Das wären rund 90.000 weniger als im März und rund 200.000 weniger als vor einem Jahr. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit stellen vor allem Bauunternehmen wieder verstärkt Mitarbeiter ein. Auch in Gärtnereien, dem Landschaftsbau und der Gastronomie entstehen zum Frühjahrsanfang neue Jobs, die zum Winterbeginn wegen Auftragsflauten gestrichen worden waren.

Schwinden sehen die Ökonomen allerdings die anfänglichen Hoffnungen auf ein wirtschaftliches Boomjahr. Damit sei angesichts des drohenden Handelskriegs zwischen den USA und China sowie weiteren globalen Risiken wohl nicht mehr zu rechnen. Zwar werde die deutsche Wirtschaft auch 2018 wachsen, wohl aber nicht mehr in dem Maße, wie man bisher in einer gewissen Euphorie geglaubt habe, prognostizieren die Experten der Geldinstitute. Einige von ihnen haben deshalb ihre Wachstumsprognosen für 2018 nach unten korrigiert. Bis auf eine Ausnahme rechnen sie aber weiterhin mit einem zweiprozentigen Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP).

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