Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Warum gerade Frauen für das Alter vorsorgen sollten

Düsseldorf. Viele Frauen verdienen weniger als Männer. Eine Folge: Im Alter müssen sie mit einer niedrigeren Rente rechnen. Umso wichtiger ist eine private finanzielle Vorsorge - je früher, desto besser.

Warum gerade Frauen für das Alter vorsorgen sollten

Frauen verdienen oft weniger als Männer. Das macht sich auch bei der späteren Rente bemerkbar. Daher ist Altersvorsorge für Frauen ein besonders wichtiges Thema. Foto: Andrea Warnecke

Frauen haben im Alter durchschnittlich rund halb so viel Rente zur Verfügung wie Männer. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung bekamen Männer im Jahr 2015 im Schnitt 1154 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente, Frauen nur 634 Euro.

Auch bei Betriebsrenten und privaten Rentenversicherungen haben Frauen oft das Nachsehen. Als Gründe nennt die Studie: Frauen waren häufiger nicht berufstätig und würden öfter in Teilzeit arbeiten. Zudem unterbrechen Frauen ihre Erwerbsarbeit eher wegen Kindererziehung und Pflege - und im Schnitt verdienen Frauen auch weniger als Männer. Umso wichtiger, dass Frauen sich um ihre eigene Vorsorge kümmern.

„Frauen stehen alle Anlagemöglichkeiten offen. Angefangen von Fonds- oder Banksparplänen bis hin zu klassischen Rentenversicherungen oder staatlich geförderten Produkten wie der Riester-Rente“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Je früher das Sparen beginnt, desto besser ist es: „Für eine zusätzliche Rente von 300 Euro müssten aktuell circa 100 000 Euro angespart werden“, sagt Oelmann. Wer im Alter von 20 Jahren mit dem Sparen beginnt, müsste dafür monatlich 107 Euro aufbringen. Wer erst mit 40 Jahren beginnt, muss bereits 233 pro Monat zurücklegen. Voraussetzung ist jeweils, dass das angelegte Geld mindestens zwei Prozent Rendite abwirft.

Wie viel Rendite möglich ist, hängt auch von der Risikobereitschaft ab. „Wer noch 30 bis 40 Jahre bis zur Rente Zeit hat, kann auch zu 100 Prozent in Aktien investiert sein“, sagt Andrea Kotte, Vermögensverwalterin bei der Firma Spiekermann & Co. in Osnabrück. Die Vergangenheit habe immer wieder gezeigt, dass eine Beteiligung am Aktienmarkt bei Laufzeiten von mehr als 15 Jahren das beste Rendite-Risiko-Verhältnis aufweist.

Bei fallenden Märkten und niedrigen Kursen würden Sparer mit einem Sparplan vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt profitieren. Der Hintergrund: Bei einer regelmäßigen Anlage werden bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile erworben. Daraus ergibt sich der Durchschnittspreis der Anlage. „Wenn ich noch viel Zeit habe, reichen auch geringe monatliche Beiträge zur Altersvorsorge“, erklärt Kotte.

Frauen neigen dazu, weniger als 50 Prozent ihres Anlagevermögens in Aktien zu investieren, hat Titus Schlösser von der Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln beobachtet. Der Experte rät aber zum Gegenteil und macht das an einer Beispielrechnung deutlich: Wer 20 Jahre vor der Rente damit beginnt, monatlich 50 Euro in einen Fonds mit einer Aktienquote von 80 Prozent einzuzahlen, hat selbst 12 000 Euro eingezahlt. Entwickeln sich die Anleihen im Fonds im Schnitt mit 2 Prozent und die Aktien mit etwa 8 Prozent jährlich, könnte sich bis zur Rente ein Vermögen von etwa 25 000 Euro ansammeln. Bei 30 Jahren Spardauer wären es 55 000 Euro. Die angenommenen Renditen entsprechen Schlösser zufolge Durchschnittswerten bei langfristigen Geldanlagen.

Ein Vorteil von Sparplänen: Zahlungen könnten ausgesetzt oder Fondsanteile verkauft werden ohne dass zusätzliche Kosten entstehen, sagt Andreas Görler, Vermögensmanager bei Wellinvest-Pruschke & Kalm in Berlin. Online-Banken würden oft den kostengünstigsten Zugang zu Fondsinvestments bieten. Auch sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs) können in Betracht kommen. Diese bilden Börsenindizes wie den Deutschen Aktienindex (Dax) ab. ETFs werden nicht aktiv verwaltet - damit fallen einige Zusatzkosten wie der Ausgabeaufschlag weg.

Wer Kinder versorgt, kann laut Görler auch zu einem Riester-Sparplan als Fondslösung greifen. Neben der eigenen Förderung von 175 Euro gibt es Zulagen für jedes Kind: Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren wurden, gibt es 185 Euro und für später Geborene 300 Euro pro Jahr.

Auch die Riester-Rente kann eine gute Vorsorgemöglichkeit für Frauen sein, so Verbraucherschützerin Oelmann - selbst, wenn diese nicht berufstätig und damit nicht direkt förderberechtigt sind. Denn wenn der Ehepartner einen Riester-Vertrag besitzt, kann die Frau einen eigenen Vertrag mit einem Jahressparbeitrag von 60 Euro abschließen.

Oelmann rät Frauen, eher auf flexible Produkte bei der Altersvorsorge zu setzen. Frauen befinden sich im Laufe ihres Lebens meist in unterschiedlichen Einkommenssituationen. Darauf sollten sie reagieren können, ohne größere Verluste zu machen. Die Produktvielfalt am Markt ist Oelmann zufolge mehr als ausreichend: „Deshalb braucht es keine speziellen Altersvorsorgeprodukte für Frauen. Bei diesen kann sogar die Gefahr bestehen, dass sie teurer sind.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Düsseldorf. Im Kampf gegen die boomende Online-Konkurrenz verlassen sich immer mehr Modehändler und Shopping-Center nicht mehr allein auf Sonderangebote. Sie locken auch mit leckerem Essen oder edlen Getränken. Das soll das Internet erst einmal nachmachen.mehr...

Bonn. Im Trubel um umstrittene Befristungspraktiken bei der Post kündigt der Konzern Preiserhöhungen an: Betroffen sind Bücher- und Warensendungen. Onlinehandel und Fahrermangel machen sich bemerkbar.mehr...

Hamburg. Wirbelstürme können an Wohngebäuden Schäden verursachen. Eigentümer bekommen in solchen Fällen Hilfe von ihren Versicherern. Allerdings müssen sie schnell und richtig handeln.mehr...

Berlin. Lange Zeit waren Lebensversicherungen sehr beliebt. Allerdings ist der Garantiezins mittlerweile deutlich gesunken. Wer hohe Kosten hat, sollte die Konditionen daher auf Rentabilität prüfen.mehr...

Berlin. Wer krank wird, bekommt in der Regel erstmal weiter Geld. Nach sechs Wochen Krankheit ist damit aber meist Schluss. Dann zahlt die gesetzliche Krankenversicherung Krankengeld. Das reicht aber nicht immer. Privater Schutz kann sich hier lohnen.mehr...

Frankfurt. Aufgepasst beim bargeldlosen Zahlen. Verbraucher sollten ihre Zahlkarten nicht aus den Augen verlieren. Doch in Restaurants nimmt der Kellner die Karte auch mal mit. Verbraucher sollten dann zwei Dinge tun.mehr...