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Briefe aus dem Arbeitslager

04.05.2018
Briefe aus dem Arbeitslager

Ursula Kelders (l.) gab die Briefe von Elisabeth Oelmann heraus, aus denen Enkelin Judith Schmitz eindrucksvoll vorlas.Foto Altertumsverein

Von Elisabeth Schrief

Haltern. Der Weg nach dem Abitur steht heute allen jungen Frauen offen. Zur Zeit des Nationalsozialismus mussten junge Mädchen erst den Reichsarbeitsdienst ableisten. Das war ab 1935 gesetzlich verordnet. Zunächst galt der Arbeitsdienst nur für Jungen, ab 1939 (Ausbruch des Zweiten Weltkrieges) auch für die Mädchen. Der Reichsarbeitsdienst war Teil nationaler Erziehung. Elisabeth Oelmann aus Flaesheim, aufgewachsen mit vier Geschwistern im Forsthaus am Stiftsplatz, musste am 17. November 1944 nach ihrem Not-Abitur ins Arbeitslager Recke. Hier war der Tagesablauf streng geregelt, die Arbeit auf einem Bauernhof gehörte dazu. Fast täglich schrieb die 18-Jährige Briefe nach Hause, ein Teil davon wurde jetzt veröffentlicht. Ihre Enkelin las daraus, was besonders die Töchter von Elisabeth Oelmann sehr berührte. „Es ist bewegend, aus jeder Zeile höre ich die Stimme meiner Mutter heraus“, sagte ihre Tochter Anne Amerongen. „Schon damals war sie einfallsreich, humorvoll, bescheiden, sehr gläubig und pflichtbewusst.“ Die Familie ist stolz, dass die Briefe als Zeitdokumente nachzulesen sind. Elisabeth Oelmann kam 1945 nach Hause zurück, heiratete, hatte fünf Kinder und starb 1990.

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