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Poseidon und Hellas: Rivalen auf gemeinsamen Bahnen

Schwimm-Stadtmeisterschaft im Hallenbad

Bei den Stadtmeisterschaften am Samstag waren die Geschichten abseits der Bahnen ebenso spannend wie die Rennen. Es zeigte sich, was die Vereine SC Hellas und SV Poseidon verbindet – und wo sie sich unterscheiden.

von Johannes Bauer

Castrop-Rauxel

, 07.05.2018
Poseidon und Hellas: Rivalen auf gemeinsamen Bahnen

Das es bei einer Stadtmeisterschaft nicht so brav und ruhig zugeht wie auf einem Ponyhof (sprichwörtlich) - das soll wohl die Botschaft dieses T-Shirts sein, das man am Samstag entdecken konnte. © Volker Engel

Eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht im Hallenbad an der Bahnhofstraße. Draußen scheint die Sonne. Der Sommer schickt bei 25 Grad seine Vorboten über das Land. Warum sollte man den Vormittag nicht im Freien verbringen? Zahlreiche Kinder und Jugendliche, Eltern und Trainer hatten am Samstag einen guten Grund dafür: Der SC Hellas Castrop-Rauxel veranstaltete Schwimm-Stadtmeisterschaften (alle Ergebnisse im Überblick / Alle Pokalgewinner).

In der Halle herrscht aufgeregtes Stimmengewirr, als sich Georg Plempe für seinen Einsatz bereit macht. Breitbeinig baut sich der Vorsitzende des SV Poseidon am Beckenrand auf und ruft mit lauter Stimme: „Auf die Plätze!“ Es folgt ein schriller Pfiff, das Startsignal für den ersten der 38 Wettkämpfe an diesem Tag. Organisiert hat die Stadtmeisterschaft der SC Hellas. Plempe hilft mit seinem Sohn und einigen Wettkampfrichtern des SV Poseidon bei der Durchführung und Auswertung der Rennen. Die beiden Vereine veranstalten zusammen ein Trainingslager, für die Zukunft planen sie eine Trainingskooperation und eine gemeinsame Wettkampfbetreuung. „Die Ehrenamtlichen werden weniger“, erklärt Plempe diesen Schritt und fügt verschmitzt hinzu: „Wir wollen kooperieren, nicht fusionieren.“

Der Unterschied der beiden Schwimmvereine


Schließlich gibt es auch Unterschiede zwischen den Vereinen. Die Kinder und Jugendlichen des SC Hellas treten nicht so häufig zu Wettkämpfen an wie die des Stadtrivalen SV Poseidon. Frank Beger, Vorsitzender von Hellas, nimmt dafür auch die Eltern in die Pflicht. „Die Kinder wären gerne dabei, aber vielen Eltern ist der Aufwand zu groß“, meint er.

Das gilt nicht für Claudia Hopmann. Angespannt steht sie mit einer Stoppuhr am Beckenrand und verfolgt, wie ihre Tochter Christina durch das Wasser gleitet. Am Ende reicht es für den zweiten Platz über 100 Meter Brust. „Schade, dass man zwei Jahrgänge zusammengelegt hat. Ansonsten wäre Christina jetzt Stadtmeisterin“, erklärt die Mutter. Sie ist stolz auf ihre Tochter. Früher war sie bei jedem Training dabei, bis ihrer Tochter das zu viel wurde. Zu den Wettkämpfen kommt die Mama aber nach wie vor. „Für uns ist das einfach gemeinsame Zeit. Zeit, die man miteinander verbringt“, sagt sie.

Christina hat sich eine Jacke übergezogen und sitzt auf einem Plastikstuhl neben ihrer Mutter. Ruhig verfolgt sie das Geschehen und bereitet sich innerlich auf ihre Parade-Strecke vor – die 100 Meter Freistil. Sie sagte, sie finde gut, dass beide Vereine zusammenarbeiten. Allerdings hat sie das gemeinsame Trainingslager verpasst.

Das Rennen: Christina gegen Milena

Milena Menne vom SV Poseidon war dort dabei. Die 17-jährige ist etwas größer als Christina und weniger zurückhaltend. An ihren breiten Schultern ist leicht zu erkennen, dass sie Schwimmerin ist. Über 100 Meter Freistil gehen die beiden Konkurrentinnen ins Becken, ihre Bahnen liegen direkt nebeneinander.

Wieder dieser schrille Pfiff. Früh setzt sich die zwei Jahre jüngere Christina an die Spitze. Sie zieht durch, lässt niemanden mehr ran kommen. Auch nicht Milena. Direkt nach dem Anschlag dreht sie sich um und sucht Blickkontakt zu ihrer Mutter. Sie lächelt. Mit dem Finger auf der Stoppuhr blickt Claudia Hopmann auf und lächelt zurück. Dann notiert sie sich die Zeit. Christina hat ihre Bestleistung um eine Sekunde unterboten. „Das machen wir immer so“, meint die Mutter.

Für Familie Hopmann hat es sich gelohnt, trotz des guten Wetters in der Schwimmhalle zu bleiben. Durch eine offene Tür strömt Luft herein. Das mildert die Luftfeuchtigkeit.

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