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NRW: Explosive Funde wegen zunehmender Baustellen gestiegen

Mehr Bagger, mehr Bomben: Wegen zunehmender Baustellen ist die Zahl der entdeckten Weltkriegsbomben deutlich gestiegen. Wurden 2016 noch 1392 Sprengkörper gefunden und unschädlich gemacht, waren es im vergangenen Jahr bereits 1946 Stück, wie das NRW-Innenministerium am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Es werde auf öffentlichen und auch privaten Flächen oft in belasteten Gebieten gebaut, in denen es früher kriegswichtige Einrichtungen gegeben habe. Kampfmittelräumdienste hatten es außerdem im vergangenen Jahr mit knapp 9000 Granaten und Minen zu tun.

Düsseldorf

01.06.2018
NRW: Explosive Funde wegen zunehmender Baustellen gestiegen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Foto: Federico Gambarini/Archiv

Die Zahl der Blindgänger mit 50 Kilogramm Sprengkraft und mehr ging im Vergleich leicht zurück: 217 solcher schwerer Sprengkörper kamen bei Erdarbeiten zum Vorschein, 2016 waren es 238. Sie müssten meist vor Ort entschärft oder kontrolliert gesprengt werden, hieß es. Vor zwei Wochen hatten nach dem Fund einer Fünf-Zentner-Bombe in Mülheim an der Ruhr 1200 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

Die Bilanz zeige, wie wichtig die Kampfmittelbeseitigung auch 73 Jahre nach Kriegsende sei, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Er geht davon aus, dass während des Zweiten Weltkriegs zwischen 1939 und 1945 etwa 675 000 Tonnen Sprengstoff über Nordrhein-Westfalen abgeworfen wurden. Wie viele Bomben beim Aufprall nicht detonierten, aber als explosive Blindgänger weiter im Untergrund schlummern, ist nicht bekannt. Vielfach sei auch Munition aus Gefechten am Boden liegen geblieben.

Die Räumung kostete das Land voriges Jahr mehr als 19 Millionen Euro.