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Schultz verlässt Starbucks

Howard Schultz baute Starbucks von einer Lokalgröße zum globalen Kaffee-Imperium auf. Nun zieht der Spitzenmanager sich nach mehr als drei Jahrzehnten im Unternehmen zurück - geht er in die Politik?

Seattle

05.06.2018
Schultz verlässt Starbucks

Starbucks-Logo in New York. Chef Howard Schultz will sich aus dem Unternehmen zurückziehen. Foto: Justin Lane/EPA/Archiv

Der langjährige Starbucks-Chef Howard Schultz will sich komplett aus dem Unternehmen zurückziehen und nährt damit Spekulationen um politische Ambitionen.

Der 64-Jährige, der seit 1982 für die Café-Kette tätig ist, wird am 26. Juni auch den Verwaltungsrat verlassen und den Vorsitz des Gremiums abgeben. Das teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Im April 2017 war Schultz bereits als Vorstandschef zurückgetreten.

In einem Memo an Mitarbeiter fachte der Spitzenmanager die seit langem kursierenden Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Karriere in der Politik wieder an. „Ich denke über eine Reihe an Optionen nach, von der Philanthropie bis zum öffentlichen Dienst, aber ich bin noch weit davon entfernt zu wissen, was die Zukunft bereithält“, schrieb Schultz den Starbucks-Angestellten.

In einem Interview im US-Sender CNBC am Dienstag dämpfte Schultz die Erwartungen jedoch etwas. „Es gibt viele andere Dinge, als mich als Präsident der Vereinigten Staaten zu bewerben, die ich als Privatmann tun kann“, sagte er.

„Lasst uns einfach sehen, was passiert.“ Zugleich kritisierte Schultz allerdings abermals den Kurs der USA unter Präsident Donald Trump. Der „Mangel an Würde und Respekt“, den die Regierung zeige, bereite ihm Sorge hinsichtlich der Stellung des Landes in der Welt. „Ich glaube, wir können viel besser machen.“

Es ist kein Geheimnis, dass Schultz ein eingefleischter Demokrat und Vertrauter des Ex-Präsidenten Barack Obama ist, der auch Hillary Clinton im Wahlkampf gegen Trump unterstützte. Während Starbucks unter Schultz' Leitung in der EU stets wegen angeblicher Steuertricks in der Kritik stand, positionierte er das Unternehmen in den USA politisch klar - und zwar betont liberal und weltoffen.

Mit öffentlichen Aussagen zu Themen wie Homo-Ehe, Waffengesetzen oder Rassismus gab Schultz Starbucks ein kontroverses Profil und sorgte dafür, dass die Kette vielen Rechten und Trump-Anhängern ein Dorn im Auge ist. Schultz gilt als Architekt und Mastermind hinter dem rasanten Aufstieg von Starbucks, das innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffee-Imperium mit mehr als 28 000 Filialen weltweit expandiert ist.

Zu Schultz' Nachfolger als Verwaltungsratsvorsitzender wurde der ehemalige Chef der US-Warenhauskette J.C. Penney, Myron E. Ullmann, ernannt. Seine Stellvertreterin wird die amerikanische Geschäftsfrau Mellody Hobson. Schultz soll künftig den Titel des Ehrenvorsitzenden im Ruhestand tragen. An der Börse sorgte die Nachricht vom Abschied der langjährigen Starbucks-Galionsfigur für leichte Kursverluste.

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