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Zittern gegen das Fett

Power Plate

Das Training auf der Power Plate soll die Kilos purzeln lassen. Doch was steckt hinter dem Vibrationstraining? Ein Selbstversuch.

05.06.2018
Zittern gegen das Fett

Rücken gerade, Schultern nach hinten und gleichzeitig Arme und Beine trainieren – der Effekt wird durch die Power Plate verstärkt. © © Schaper

Schultern nach hinten, Po raus, federnd in die Knie gehen und den Bauch und die Oberschenkel kräftig anspannen. Was sich nach einem ganz normalen Fitnesstraining für die Sommerfigur anhört, entpuppt sich weitaus anstrengender, als ich es aus dem Fitnessstudio gewohnt bin. Der Untergrund, auf dem ich stehe, ist nämlich keine gewöhnliche Matte. Der Boden zittert und vibriert – und mein ganzer Körper mit.

Mein Sporttraining findet heute auf einer Power Plate statt, was übersetzt so viel wie Kraft-Platte bedeutet. Das Gerät vibriert in unterschiedlichen Frequenzen und lässt meine Muskeln mehr arbeiten als sonst.

Durch das Zittern und Rütteln entstehen Reflexe im Körper – die Muskeln müssen kontrahieren, sich also zusammenziehen, um der Vibration standzuhalten. „Durch das Training auf der Power Plate werden sogar Muskeln beansprucht, die man im Zweifel für eine bestimmte Übung gar nicht brauchen würde“, erklärt mir Personal Trainer und Power Plate-Experte Jörn Melzer.

In seinem Studio mit dem Namen „Fit im Süden“ in Dortmund können Kunden unter seiner Aufsicht auf der Power Plate trainieren und der eigenen Wunschfigur näher kommen. Und auch ich möchte dieses spezielle Training einmal ausprobieren.

Kann ja nicht so anstrengend sein, denke ich vor Beginn des Trainings. Wirklich befasst habe ich mich mit der Power Plate im Voraus nicht – ich wollte mich überraschen lassen. Und das bin ich schon nach den ersten Sekunden auf der vibrierenden Platte. Die Füße kribbeln, als Jörn Melzer auf den Startknopf drückt. Das Kribbeln steigt von den Füßen in die Beine rauf, bis in den Kopf. Ich muss unwillkürlich an Inlinetouren auf unebenen Straßen denken. Auch da kribbeln Füße und Beine – doch das ist unangenehm. Das Kribbeln auf der Power Plate tut gut, das intensive Arbeiten der Muskeln merke ich gar nicht.

Doch das ändert sich schlagartig, als mich Jörn Melzer anweist, leicht in die Knie zu gehen, die Arme nach vorn zu strecken und Bauch und Oberschenkel kräftig anzuspannen. Ich sehe die digitale Zeitanzeige vor mir, die quälend langsam von 30 Sekunden herunterzählt. Wie lange können 30 Sekunden sein? Bei der 10 angekommen, fangen meine Beine an zu zittern. Ich muss all meine Willenskraft zusammen nehmen, um die 0 auf der Anzeige zu schaffen.

Die Vibration unter meinen Füßen stoppt – ich habe es geschafft und bin völlig baff. Schon nach einer Übung merke ich die Muskeln in sämtlichen Regionen meines Körpers, so als hätte ich schon mehrere Minuten trainiert. Pro Minute auf der Power Plate kontrahieren die Muskeln bis zu 2400 Mal. In nur 10 Minuten werden nahezu 100 Prozent der Muskeln trainiert. Wenn ich im Fitnessstudio Sport mache, beanspruche ich höchstens zwei Drittel meiner Muskeln.

In den folgenden Minuten zeigt mir Jörn Melzer noch weitere schweißtreibende Übungen – für Beine, Po, Bauch, Arme, Rücken und Brust. Dabei knie, sitze oder stehe ich auf dem Gerät oder stütze mich nur mit den Armen an der Power Plate ab.

All diese Übungen kenne ich – auf der Power Plate sind sie zweimal so anstrengend und viel intensiver. Nach nur 10 Minuten netto auf dem Gerät habe ich also etwas für meinen Muskelaufbau getan, ich habe meinen Körper gestrafft, meinen Rücken gestärkt. „Wenn die Ernährung stimmt, kann man mit zweimal Training in der Woche auch abnehmen“, sagt Jörn Melzer. Besonders gut sei die Power Plate ebenfalls für die Rückbildung nach einer Schwangerschaft, die Vibration ist gut für die Durchblutung und für das Bindegewebe – und sie beugt Knochenschwund vor.

Nach meinem Training merke ich schon, wie sich der Muskelkater für den nächsten Tag bereit macht. Wer also denkt, es genügt, sich einfach kräftig durchrütteln zu lassen, um die perfekte Strandfigur zu bekommen, der hat sich kräftig getäuscht. Denn das Training auf der Power Plate ist anstrengend.

5 Tipps für das Training auf der Power Plate

1 Training unter Aufsicht: Auf der Power Plate sollte man in einem speziellen Studio oder mit einem geschulten Personal Trainer trainieren. Dieser passt auf, dass die Übungen richtig ausgeführt werden und gibt Hilfestellung.

2 Ausreichend trinken: Das Training auf der Power Plate ist sehr intensiv, denn 100 Prozent aller Muskeln werden dabei beansprucht. Der Körper benötigt also viel Flüssigkeit.

3 Locker bleiben: Immer leicht in die Knie gehen und auch andere Gelenke (zum Beispiel die Ellenbogen bei den Liegestützen) nie ganz durchstrecken. Die Vibrationen werden so abgefedert.

4 Auf die eigene Sicherheit achten: Sich nie mit der kompletten Wirbelsäule, dem Bauch oder der Brust auf die Power Plate legen, wenn sie in Betrieb ist. Das ist unangenehm und könnte möglicherweise Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

5 Nicht übertreiben: Auf der Power Plate sollte nicht so lange und nicht zu oft trainiert werden. Es gilt: Zwei Trainingseinheiten à 10 Minuten in der Woche reichen vollkommen aus. Wer öfter und länger trainiert, riskiert ein Übertraining, in der der Körper zu wenig Regeneration bekommt. Die Folge: Die sportliche Leistung lässt nach, und es wird für den Körper anstrengender.

Fit im Süden - Die Trainingslounge Wittbräucker Straße 538 44267 Dortmund Tel. 02304 / 9420395 www.fit-im-sueden.com