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Weiterer Verdächtiger nach Schlägerei in Passau in U-Haft

Passau. Drei Tage nach der tödlichen Schlägerei in Passau versuchen die Ermittler, das Geschehen zu rekonstruieren. Dabei sollen auch die Aussagen der Verdächtigen helfen. Am Donnerstag wurde ein weiterer Jugendlicher in U-Haft genommen.

Weiterer Verdächtiger nach Schlägerei in Passau in U-Haft

In dieser Fußgängerpassage in Passau hatte die verhängnisvolle Schlägerei stattgefunden. Foto: Sebastian Daiminger/Passauer Woche

Nach dem gewaltsamen Tod eines 15-Jährigen in Passau ist ein weiterer Tatverdächtiger in Untersuchungshaft genommen worden.

Angaben der Polizei zufolge war der 17-Jährige bereits am Montag nach der Schlägerei vorläufig festgenommen und dann wieder entlassen worden.

Der Verdacht gegen den Jugendlichen habe sich mittlerweile jedoch erhärtet, sodass der Ermittlungsrichter am Donnerstag Haftbefehl erließ.

Drei der fünf bereits zuvor festgenommenen Tatverdächtigen gaben zu, auf Maurice K. eingeschlagen zu haben. Ein weiterer habe sich nicht geäußert und einer bestreite, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler am Donnerstag. Nun müssten die Aussagen mit den Berichten von Zeugen und dem Obduktionsergebnis abgeglichen werden. „Um zu schauen, ob sich ein einheitliches Bild ergibt. Das ist wie ein großes Puzzle.“

Die ersten fünf Tatverdächtigen im Alter von 14, 15, 17, 21 und 25 Jahren waren nach der Schlägerei festgenommen worden. Für den 14-Jährigen ordnete ein Haftrichter einen Unterbringungsbefehl in einer geschlossenen pädagogischen Einrichtung an, für die anderen Untersuchungshaft. Allen wird Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Zum Motiv sagte Oberstaatsanwalt Feiler, das spätere Opfer soll nach Aussage des 15-Jährigen schlecht über ihn geredet haben. „Was auch immer das heißen mag.“ Die beiden gleichaltrigen Kontrahenten hätten sich am Montagabend verabredet, um einen Streit auszutragen. Die Auseinandersetzung eskalierte, weitere junge Leute mischten sich ein. Maurice K. ging verletzt zu Boden und starb wenig später in einem Krankenhaus. Laut Obduktion erstickte er an seinem eigenen Blut.

Die Ermittler sind noch mit Zeugenbefragungen befasst. Zu den Zeugen gehören Passanten und zahlreiche weitere junge Leute, die die Schlägerei verfolgt hatten. Eine als Zeugin gesuchte Frau mit Hund habe sich inzwischen gemeldet, teilte die Polizei mit. Zudem richtete die Polizei auf ihrer Homepage die Möglichkeit ein, Fotos, Videos oder Audiodateien vom Tatort anonym hochzuladen. Die Polizei geht davon aus, dass ein Video von der Tat existiert.

Die Familie von Maurice K. hat am Donnerstag in einer Todesanzeige in der „Passauer Neuen Presse“ ihre „unermessliche Trauer“ zum Ausdruck gebracht. Unter einem Foto des Schülers steht „Warum?“. Am Samstag ist in der Heimatgemeinde des Jugendlichen im Landkreis Passau ein Trauergottesdienst geplant. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden.

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