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EM-Bericht: Bombenstimmung beim Vorgarten-Viewing

WERNE Wer braucht denn schon den Friedensplatz oder die Messe Essen. Public-Viewing geht auch kleiner. Familie Hanke hat zum Deutschlandspiel am Donnerstagabend einfach ihren Garten zur Fanmeile erklärt. Trotz Regens und Niederlage herrschte Bombenstimmung - ein kleiner Spielbericht.

von Mareike Kneip

, 13.06.2008

Das Motto der WM 2006 „... zu Gast bei Freunden“ stimmt auch bei der Europameisterschaft 2008. Bei „Hankes Rudelglotzen“ im Garten stimmte die Atmosphäre, im Zelt waren die Tische, Bänke und Decken auf die Leinwand gerichtet. Alles war im Fußballlook und Deutschlandfarben dekoriert. Ein Plakat an der Seite gab die erhoffte Prognose für das Spiel Deutschland gegen Kroatien an: „Schlechte Karten für die Kroaten“.

 Viele Nachbarn, Bekannte, Verwandte und Freunde der Hankes waren zusammengekommen. Etliche mit Fahnen, Trikots, Ratschen oder Trillerpfeifen.

Leises Gemurmel begleitete die ersten Spielminuten. Gebannt starren etwa 100 Augen auf die Leinwand und sehnen das erste Tor herbei. „Jetzt aber“, „oohh, mach!“, „Nein“, riefen die Fans der Deutschen. Schnell war klar, das Ding muss rein. Doch plötzlich führten die Kroaten; Entsetzen in den Gesichtern.

Zur Halbzeit gibt es Würstchen und Salat

Halbzeit: Zeit zur Stärkung. Auf dem Grill des Hausherrn brutzelten Fleisch und Würstchen. Im Backhaus, einer Eigenleistung von Mario Hanke, waren Brötchen und Salate aufgebaut. Gespräche und Diskussionen über die Worte Joachim Löws in der Pause wurden erwogen.

"Das darf doch nicht wahr sein!"

„Arne Friedrich einwechseln“, „Mario Gomez raus“ waren Überlegungen, denen Löw nur bedingt nachkam. Anpfiff, die zweite Halbzeit begann. Hoffnung loderte wieder auf. Doch da,... wieder klingelte es im Deutschen Kasten. „Das darf doch nicht wahr sein“. Aufschreie.

Doch es blieb spannend und die Spielweise der Deutschen zerrte an den Nerven der Fans. Endlich die Erlösung. Als das Tor für Deutschland fiel, erklangen die Ratschen, einige sprangen auf, klatschten, rissen die Fahnen hoch und jubelten. Mehr als eine 2:1 Niederlage war nicht drin, aber „man kann nicht immer gewinnen“, brachte es ein Fan auf den Punkt.

Das Partyzelt steht seit EM-Beginn

Während die Deutsche Mannschaft oft rat- und konzeptlos wirkte, hatten Hankes alles fest im Griff. Selbst sehen sie sich als bekennende WM- und EM-Fans, die am Samstag, dem Auftakt der EM, zum ersten Mal in ihr Zelt einluden und bei den Deutschlandspielen am Sonntag, Donnerstag sowie am kommenden Montag Partystimmung erzeugen.

"Gemeinsam macht's am meisten Spaß."

Die Organisation liegt in den Händen von Mario und Anja Hanke, die tatkräftige Hilfen von der Familie, Bekannten und Nachbarn erhielten. So kümmerte sich z. B. Anjas Zwillingsbruder Carsten Rehme um das technische Equipment.

Hinsetzen und Wohlfühlen fasst die Stimmung des Abends zusammen und schließlich, so sagt es ein Nachbar „ist es cool hier; die Atmosphäre ist spitze und gemeinsam zu gucken macht einfach am meisten Spaß“.

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