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Große Inspektion im Gersteinwerk

WERNE Das Steinkohlenkraftwerk Gersteinwerk in Werne wird zurzeit auf Herz und Nieren überprüft: Rund 20 Millionen Euro investiert die RWE Power AG nach eigenen Angaben in die sogenannte Revision von Block K.

von Von Torsten Storks

, 30.06.2008
Große Inspektion im Gersteinwerk

Das Gersteinkraftwerk in Stockum.

„Revisionen in Kraftwerken entsprechen dem TÜV-Besuch mit dem Auto – nur dass die Werkstatt und die Prüfer ins Kraftwerk kommen.“ So erklärt Kraftwerksleiter Waldemar Schulz  Außenstehenden, was sich derzeit im und hinter den Kulissen des Gersteinwerks abspielt. Derartige Überprüfungen finden laut Schulz bei konventionellen Kraftwerken alle drei Jahre, bei Kernkraftwerken alle 12 bis 15 Monate statt. Die Vorbereitungs- und Planungszeit für einen derartigen Kraftwerks-Check liegt in der Regel bei zwölf Monaten. „Die Bestellung von Komponenten erfolgt zum Teil sogar zwei bis vier Jahre im voraus“, sagt Schulz.  Dies gelte jedoch vornehmlich für Kernkraftwerke.Revision sichert Arbeitskräfte Von den laufenden Arbeiten im Gersteinwerk profitieren insbesondere Firmen aus der Region beziehungsweise aus NRW. „Die Revision unseres Kraftwerks sichert Arbeitsplätze in erheblichem Umfang. Viele davon direkt im Umfeld, denn bei RWE Power gilt die Regel, dass bei gleichwertigen Angeboten, Auftragnehmer aus der Region berücksichtigt werden“, betont Kraftwerksleiter Schulz. Dadurch solle gezielt die Wirtschaftskraft im Umfeld des Gersteinwerkes gestärkt werden. Waldemar Schulz: „Insgesamt sichert diese Revision die Arbeit von über 200 Fremdfirmen-Mitarbeitern für ein Jahr.“ Im Gersteinwerk geben sich noch bis Mitte Juli 850 Mitarbeiter von 70 Firmen täglich die Klinke in die Hand.Größter Posten: Personalkosten Zu den regionalen Firmen zählen Hoffmeier (Hamm), Stoltefuß (Dortmund), ThyssenKrupp Röro (Gelsenkirchen), Plaß, Holtrup und Hölscher (alle aus Werne) sowie Siemens, Balcke-Dürr und Babcock aus NRW. Nur 20 bis 30 Prozent der diesjährigen Revisionskosten von 20 Millionen Euro entfallen auf den Materialanteil, der Rest sind Personalkosten. Personalkosten für Ingenieure, Konstrukteure, Röntgenspezialisten, Schweißer, Elektriker, Schlosser, Mechatroniker, Reinigungskräfte, Ultraschallspezialisten usw. Sie tragen dazu bei, dass das Gersteinwerk weiterhin reibungslos läuft und mit seiner Leistung von 770 Megawatt die Stromversorgung von 1,6 Millionen Menschen sichert.Auch Neubauten geplant Revisionen von Kraftwerken sind die eine Sache, der Neubau von Kraftwerken die andere: Früheren Angaben zufolge will RWE Power bis zum Jahre 2012 fast fünf Milliarden Euro in den Kraftwerks-Neubau investieren. In Spitzenzeiten, so Gersteinwerk-Chef Schulz, werden damit 7500 Menschen gleichzeitig auf RWE-Baustellen arbeiten. 3000 davon sollen allein bei dem Bau eines neuen Steinkohlen-Doppelblocks in Hamm für rund zwei Milliarden Euro eingesetzt werden.

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