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Neuer Romberg entsteht in Langern

WERNE Eine Oase der Ruhe ist das alte Schachtgelände in Langern - Wanderer und Radler genießen sie. Doch damit ist´s (vorübergehend) vorbei, wenn in wenigen Monaten Tausende Lastwagen die Landschaft erschüttern.

von Von Rudolf Zicke

, 17.06.2008

"Der Bergbau beginnt in der zweiten Jahreshälfte mit der Renaturierung des Geländes", kündigte gestern Dr. Ralf Wagner, Chef der städtischen Umweltabteilung, an. In der vergangenen Woche haben Stadt und die Montangrundstücksgesellschaft (MGG) detailliert besprochen, wie der Standort des ehemaligen Romberg-Schachtes der Natur zurück gegeben wird.

Ökologische Nische

"Das Gelände wird mit 160 000 Kubikmetern Boden aufgefüllt", erklärte Wagner. Auf der derzeit noch platten Fläche, auf der sich einst das Schachtgerüst und die anderen Zechengebäude befunden haben, wird eine Anhöhe entstehen.

Früher, so der Umweltexperte, habe sich dort auch ein Berg, eben der Romberg, befunden, der nun wiederhergestellt wird. Der Boden, der hier in Tausenden Fuhren angekarrt wird, wird laut Dr. Wagner zuvor untersucht, damit er auch wirklich sauber und unbelastet ist.

Auf den ersten Blick überraschend, zeigen sich Dr. Ralf Wagner und sein Mitarbeiter Burkhard Klinkhammer nicht begeistert von der Renaturierung: "Uns wäre lieber, die Fläche bliebe so, wie sie ist."

Seltene Pflanzen und Tiere

Der Grund: Auf den Baustoff- und Schotterresten des Schachtes hat sich eine ökologische Nische entwickelt, wie sie in unserer Region nur sehr selten anzutreffen ist. "So unwirtlich die Fläche für uns wirkt, so wertvoll ist sie für Pflanzen und Tiere", erklärt Klinkhammer. Hier hätten sich z. B. Orangerotes Habichtskraut, Färberkamille und Königskerzen angesiedelt. Außerdem ist das Schachtgelände nach Beobachtungen von Ornithologen zu einem Rückzugsgebiet seltener Bodenbrüter geworden. Sogar der Flussregenpfeifer soll hier gesichtet worden sein.

Dennoch wird die Fläche aufgefüllt. Zwar gehört das Gelände inzwischen der Stadt, aber nach den bestehenden Verträgen und dem Abschlussbetriebsplan für den Schacht hat die MGG das Recht, den Boden, den sie gerne los werden möchte, in Langern anzufahren.

Schotter-Plateau: Magerstandort bleibt

Allerdings werden Flora und Fauna nur zeitlich begrenzt auf ihre Heimat verzichten müssen: Auf dem Plateau wird eine so mächtige Schotterschicht aufgetragen, dass im Endeffekt der Magerstandort bleibt. Innerhalb relativ kurzer Zeit würden sich, meint Klinkhammer, durch die natürliche Sukzession wie zuvor Pflanzen und Tiere wieder ansiedeln.

Im Rahmen der Maßnahme wird im Übrigen auch die Zufahrt zu dem Schachtgelände zurück gebaut; außerdem wird der bislang provisorische Wanderweg hergerichtet; und schließlich wird auch die Straße Am Gerlingsbach in Stand gesetzt.

Hier liegt die Fläche:

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