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Niemand will das Postgebäude kaufen

WERNE Die Post scheint auf ihrem Gebäude an der Alten Münsterstraße wie auf einem nicht abgeholten Paket sitzen zu bleiben.

von Von Rudolf Zicke

, 02.10.2007
Niemand will das Postgebäude kaufen

Das Postgebäude vom Dach des Stadthauses aus aufgenommen.

"Wir suchen weiterhin bzw. wieder einen Investor", erklärte auf Anfrage Dieter Pietruck von der Pressestelle der Post AG.

Potenzielle Käufer für das Post-Gebäude, das zu großen Teilen schon seit Jahren leer steht, sind indes rar. Ein Interessent, der das gesamte Gelände erwerben, das Gebäude abreißen lassen und einen U-förmigen Neubaukomplex mit Einzelhandelsgeschäften errichten wollte ist laut Pietruck definitiv abgesprungen. Und die in Werne zurzeit kursierenden Gerüchten, dass sich erneut ein Investor gefunden habe und das Gelände unter anderem mit einem Supermarkt und einem Drogeriemarkt bebauen will, verweist der Postsprecher ins Land der Märchen - leider: "Wenn jemand da ist, der die Immobilie kaufen möchte, kann er sich wirklich gerne bei uns melden."

Magnet wünschenswert

Dabei sei die Post AG für alle Ideen offen; ihr sollte lediglich die Möglichkeit eingeräumt werden, an der Alten Münsterstraße als Mieter weiterhin Dienstleistungen anbieten zu können.

Baudezernentin Monika Schlüter sind die Gerüchte ebenfalls zu Ohren gekommen, aber: "Bei uns hat sich noch niemand vorgestellt."

Dabei hält sie ebenso wie Stadtplaner Ralf Bülte eine Aufwertung des Bereiches für ausgesprochen wünschenswert. Vor allem mit Blick auf die Bonenstraße könnte eine Bebauung des Postgeländes positive Effekte zeigen. "Wenn wir da einen attraktiven Anbieter hinbekämen", hofft Bülte, könnte das auch eine Magnet-Wirkung auf die Bonenstraße bedeuten und den dortigen Geschäftsinhabern einige dicke Sorgenfalten nehmen.

Inzwischen hat das überarbeitete Regionale Einzelhandelskonzept das Postgelände samt Umgebung in den Hauptgeschäftsbereich der Innenstadt integriert, das Lokale Einzelhandelskonzept sollte diese Ausweitung nach Ansicht von Stadtplaner Bülte übernehmen. Damit wäre der Weg geebnet, im Bereich Alte Münsterstraße auch Geschäfte mit zentrumsrelevanten Sortimenten anzusiedeln.

Planungshoheit bleibt

Befürchtungen von Politikern, dass Investoren dann aber die Möglichkeit eröffnet werde, Projekte gegen den Willen der Stadt durchzusetzen, so lange sich nur im Rahmen der Einzelhandelskonzepts bewege, weist Ralf Bülte zurück. "Die kommunale Planungshoheit bleibt"; ohnehin müsste zunächst einmal der Bebauungsplan geändert werden. Denn der weist die Fläche immer noch als Post-Gelände aus.

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