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Revision im Gersteinwerk

STOCKUM Ein paar hundert Euro kostet´s, wenn Otto Normalverbraucher seinen fahrenden Untersatz zur Wartung in die Werkstatt bringt. Deutlich teurer wird´s, wenn im Stockumer Gersteinwerk die große Inspektion fällig ist.

von Von Rudolf Zicke

, 06.06.2008

„Die Revison kostet einen zweistelligen Millionen-Betrag“, erklärt Manfred Hollekamp, für die technische Planung der RWE-Kraftwerke in der Region Ost verantwortlich.

Die große Inspektion des Kohleblocks wird alle drei Jahre durchgeführt. So soll gewährleistet sein, dass es während der Betriebszeiten nicht zu Pannen und Produktionsausfällen kommt.

Während der seit dem 22. Mai laufenden Arbeiten wird indes kein Strom in Stockum gewonnen, denn die Überholung der Turbinen ist ein wichtiger Bestandteil der Revision. Ein weiterer Schwerpunkt auf dem Wartungsplan ist die Überholung der Rauchgasentschwefelungsanlage (REA). Sie sorgt dafür, dass kein saurer Regen die Umwelt schädigt.

Unter den Top Ten

Diese Anlage, Baujahr 1984, ist – zumindest im Vergleich zu einem Auto – schon ein Oldtimer, technisch gesehen aber up to date. Denn, und darauf ist Manfred Hollekamp stolz: „Wir haben allein in den vergangenen drei Jahren ungefähr zehn Millionen Euro in die REA gesteckt.“ Der Effekt: Der ohnehin schon niedrige Schwefeldioxidausstoß konnte nochmals um mehr als die Hälfte gesenkt werden.

„Damit gehören wir zu den Top Ten unter den Kohlekraftwerken“, sagt Hollekamp. Und noch etwas freut den Kraftwerker und seinen Kollegen Rüdiger Schäfer: Viele Aufträge für die Revision, bei der sich bis zu 900 Fachleute von Fremdfirmen auf dem Kraftwerksgelände tummeln, gehen nicht an Großunternehmen, sondern an mittelständische Betriebe aus der Region.

Aufträge an Mittelstand

Als „Kronzeugen“ führt Hollekamp z. B. Josef Wierling mit seiner Firma, die in Capelle sitzt, und Wolfgang Witt von der K&W GmbH, die ebenfalls in Capelle zu Hause ist, an. Wierling ist auf die Produktion und Reparatur von Edelstahlleitungen, Schiebern und von bis zu neuen Meter großen Klappen für die REA spezialisiert. K&W bringt speziell in der Rauchgasentschwefelungsanlage den wichtigen Korrosionsschutz an.

Hollekamp sieht in der Zusammenarbeit mit regionalen Mittelständlern einen entscheidenden Pluspunkt: „Im Notfall sind diese Firmen extrem flexibel, ein Anruf genügt, und schon kommt jemand.“ Nicht zuletzt dank dieser Unternehmen ist sich Manfred Hollekamp ganz sicher: „Am 14. Juli ist die Revision abgeschlossen.“

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