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Sportlicher Jakobspilger Hüttemann hat Bordeaux erreicht

WERNE/BORDEAUX In den vergangenen drei Wochen hat Ludger Hüttemann das ein oder andere Mal gejammert. Doch auf seiner Radtour von Werne nach Santiago de Compostela hört ihm niemand zu. Noch nicht.

von Von Daniel Claeßen

, 19.06.2008
Sportlicher Jakobspilger Hüttemann hat Bordeaux erreicht

<p>Ludger Hüttemann fährt nach Santiago de Compostela. fel</p>

"Ich komme noch vorwärts", versichert der Vorruheständler, der sich derzeit bei Bordeaux, rund 180 Kilometer vor der spanischen Grenze, befindet. "Wenn auch nicht so schnell, wie ich ursprünglich dachte." Zwar hat er seine 2400 Kilometer lange Tour so geplant, dass er dem gewaltigen Zentralmassiv aus dem Weg gehen konnte.

Die Weinberge unterschätzt

"Doch die Weinberge hier in der Bourgogne habe ich eindeutig unterschätzt." Nicht nur, dass sein Gesamtweg 200 Kilometer länger wurde - statt der angepeilten 100 Kilometer am Tag schafft er zwischen Rebe und Weinstock manchmal auch nur 40.

Bier statt Wein

Und das liegt nicht daran, dass der 51-Jährige ein Genießer ist: "Ich trinke nur Bier, keinen Wein." Immerhin entschädigt ihn die Landschaft, die er gerade mit seinem Drahtesel durchkreuzt: "Es gibt immer wieder kleine Burgen und Châteaus zwischen den Weinfeldern. Das ist alles sehr beeindruckend."

Pilger: Durchaus faszinierende Menschen

Auf seinem Weg von Deutschland nach Frankreich hat er natürlich auch einige "echte" Pilger getroffen - Hüttemann selbst wird vor allem durch den sportlichen Ehrgeiz angetrieben. "Die meisten waren Franzosen, die den Weg etappenweise laufen." Auch einen Deutschen habe er getroffen. "Der hatte grad sein Studium rum und wollte sich nun eine Auszeit nehmen." Das generelle Urteil über die Pilger: "Durchaus faszinierende Menschen."

Hoffen auf baldige Gesellschaft

Allerdings begleiten ihn diese faszinierenden Menschen nicht. "Sie sind ja alle zu Fuß unterwegs." Doch spätestens in Spanien soll sich das ändern. Vor der Grenze, in St. Jean Pied de Port, treffen sich die Pilgerströme. "Dann dürften auch die ersten Fahrradpilger meinen Weg kreuzen", hofft Hüttemann, der fließend spanisch spricht, auf baldige Gesellschaft. Sein ursprünglicher Zeitplan sah vor, in zwei Wochen Santiago zu erreichen.

Drei bis vier Tage hinter dem Plan

Nach den Erfahrungen in der Bourgogne und mit Blick auf die Pyrenäen wird er jedoch vorsichtig: "Eigentlich wollte ich jetzt schon an der Grenze sein. Ich denke, dass ich drei bis vier Tage hinter dem Plan bin." Wenn die Tour weiterhin reibungslos verläuft - "bis jetzt hatte ich noch keinen Platten" - ist Hüttemann jedoch optimistisch, die Zeit wieder aufholen zu können. "In einem solchen Fall kann Gesellschaft auch anspornen", freut sich der ehemalige Serviceingenieur.

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