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Stadtfest litt unter Konkurrenz durchs Hafenfest

WERNE Eine Fülle an Veranstaltungen machte sich am Wochenende gegenseitig Konkurrenz und wirkte sich möglicherweise auch auf das Werner Stadtfest negativ aus. Strömten zu viele Besucher nach Rünthe und fanden daher nicht den Weg in die Lippestadt?

von Von Helga Felgenträger

, 10.06.2008
Stadtfest litt unter Konkurrenz durchs Hafenfest

Clown Georg drehte in der Vergangenheit seine Runden auf dem Kleinkunstmarkt.

Der größte Konkurrent war gewiss das Hafenfest in Rünthe, das allein 65 000 Besucher anzog. „Wir werden uns im nächsten Jahr von den Feierlichkeiten der Marina abkoppeln müssen“, entschied daher am Montag Jochen Höinghaus, Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH. In Absprache mit dem TV Werne, der Aktionsgemeinschaft und den Gastronomen hatte Höinghaus diesen Entschluss gefasst. Bei der Stadt Bergkamen hatte er sich noch gestern Morgen vergewissert, damit es zu keiner erneuten Terminüberschneidung kommt.

Zum Kleinkunstmarkt kamen zu wenige Beschicker

Festgelegt wurde für das Werner Stadtfest 2009 der 12. und 13. Juni, verkündete Höinghaus, das Hafenfest sei eine Woche früher. Die schlechte Beteiligung am Kleinkunstmarkt und an der Antiqua-Bücherbörse, 150 Beschicker hatten sich angekündigt und weniger als die Hälfte kamen, führt der Geschäftsführer auf logistische Umstände zurück. „Wegen des Stadtlaufes mussten wir die Zufahrt zu den Ständen einschränken“, erläuterte Höinghaus und erntete daher viele Absagen. „Unter den Bedingungen werden wir nicht kommen“, führte Höinghaus die Mitteilungen der Beschicker an, so habe ein Teilnehmer der Antiqua-Bücherbörse wegen seines acht Meter langen Anhängers nicht kommen können. „Das haben wir leider nicht ernst genommen“, bedauert Höinghaus, hier nicht rechtzeitig reagiert zu haben.

Nachtruhe beginnt um 22 Uhr - Musik nur bis Mitternacht

Enttäuscht zeigten sich die Gastronomen über das abrupte Beenden der musikalischen Abendveranstaltung am Freitag und Samstag pünktlich um 24 Uhr. „Das ist geltendes Recht“, erläuterte Werner Kneip vom Ordnungsamt. Laut Lärm-Immissionsschutzgesetz beginne die Nachtruhe schon um 22 Uhr, doch bei Veranstaltungen kommunaler Bedeutung wie das Stadtfest könne auf 24 Uhr verlängert werden und nur in Sonderfällen sei eine Ausnahmegenehmigung möglich, führte Kneip das THW-Fest und das Terrassenfest an. Hier erteilte der Stadtrat für die Verlängerung eine Sondergenehmigung.

Viele Veranstaltungen in Innenstadt schrecken Mieter

Gewiss habe man in Werne auch schon länger als 24 Uhr gefeiert. „Wo kein Richter, da kein Kläger“, weiß auch Kneip. Doch die Toleranz am Marktplatz sei eben ausgereizt. Für den Geschäftsmann Clemens Overmann ist der Bogen überspannt. Die Vielzahl der Veranstaltungen vertreibe die Mieter, sprach der Lebensmittelhändler von leer stehenden Wohnungen in der Steinstraße, ein Ergebnis der hohen Lärmbelästigung. Neun Feiern in zwölf Wochen, zählte er und machte auch Bürgermeister Tappe in einem Brief seinem Unmut kund. Ausbleibende Mieteinnahmen führten auch dazu, dass Denkmal geschützte Häuser nicht instand gehalten werden könnten

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