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Haftstrafe nach Überfall auf Geschäftsführer

Raubüberfall in Werne

Nach dem Raubüberfall auf einen einstigen Geschäftsführer aus Werne hat das Landgericht Münster eine knapp achtjährige Haftstrafe gegen einen 30-jährigen Mann verhängt. Der Mann darf aber auf eine kürzere Zeit hinter Gittern hoffen.

Werne/Münster

, 07.05.2018
Haftstrafe nach Überfall auf Geschäftsführer

Im Dezember 2013 überfiel der 30-Jährige laut eigenen Angaben den Werner Geschäftsmann in dessen Wohnhaus in Südkirchen. © dpa

Im Prozess um den brutalen Raubüberfall auf den damaligen Geschäftsführer eines Unternehmens aus Werne hat das Landgericht Münster bereits am zweiten Verhandlungstag das Urteil gesprochen.

Der 30-jährige Angeklagte, der die Tat gestanden hatte, erhielt eine Haftstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten, darf aber tatsächlich auf eine deutlich kürzere Zeit hinter Gittern hoffen.

Denn die Richter ordneten nämlich gleichzeitig die Unterbringung des jungen Mannes in einer Entziehungsklinik an. Seit Jahren nimmt der Angeklagte regelmäßig Kokain und Marihuana zu sich. Die Richter sind deshalb davon überzeugt, dass nur eine professionelle Therapie ihm eine Perspektive für eine Zukunft ohne Straftaten ermöglichen kann.

Therapie in geschlossener Klinik

Konkret bedeutet das Urteil nun Folgendes: Der Mann muss zwei Jahre und acht Monate in Haft verbringen, ehe sich eine vermutlich zweijährige Therapie in einer geschlossenen Klinik anschließt. Absolviert der 30-Jährige diese erfolgreich, könnte er im Anschluss vorzeitig auf Bewährung entlassen werden.

Der Angeklagte hatte im Prozess zugegeben, den Werner Geschäftsmann im Dezember 2013 in dessen Wohnhaus in Südkirchen überfallen, gefesselt, geknebelt und ausgeraubt zu haben. Während der 30-Jährige behauptet, dabei habe es sich um eine Spontantat gehandelt, die er auch noch im Drogenrausch verübt habe, nimmt ihm dies die psychiatrische Sachverständige nicht so recht ab.

Nicht im Drogenrausch gehandelt

„Es gibt keinen Hinweis auf eine fehlende Tatplanung“, sagte die Expertin am Montag. „Der Täter ist gezielt vorgegangen und hat umsichtig gehandelt.“ Gegen einen Drogenrausch spreche außerdem, dass sich der 30-Jährige nach der Tat mit dem Auto des Unternehmers von dem Tatort in Südkirchen entfernt habe. Das schaffe niemand, der mit Drogen zugedröhnt sei.

Der Geschäftsmann hatte seine Firmenanteile an dem Unternehmen in Werne etwa ein Jahr nach der brutalen Tat verkauft. Seitdem arbeitet der heute 58-Jährige überhaupt nicht mehr. Seine Ehefrau drängt nun offenbar mehr denn je darauf, auch das Wohnhaus in Südkirchen zu verkaufen. Dazu ist der Ex-Unternehmer allerdings offenbar noch nicht bereit. Er lehnte dies bislang ab.