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Weiterbildung macht froh

WERNE Gezeichnet von der schweren körperlichen Arbeit sind viele Handwerker mit 55 bis 60 Jahren nicht mehr imstande, ihren Beruf auszuüben. Daher sollte sich vor allem der Dachdecker ein Leben lang weiterbilden.

von Von Helga Felgenträger

, 02.10.2007
Weiterbildung macht froh

Die Gewinner des 100TOP-Dachdecker-Studentenwettbewerbes, Simon Altvater aus Stuttgart (3. Platz), Lars Kriegel aus Werne und Florian Tress (von links) aus München (2. Platz) mit Geschäftsführer Klaus Bröker (r.)

Lars Kriegel hatte eine Zukunftsvision für den Dachdeckerberuf entwickelt, die bei der Jury des Studentenwettbewerbes „100TOP-Dachdecker“ voll eingeschlagen ist und den ersten Platz erzielte. 30 DIN-A4-Seiten schrieb der aus Werne stammende Dortmunder Student der Fachrichtung Psychologie und Musik zum vorgeschriebenen Thema „Was muss ein Dachdecker-Unternehmen tun, um im Jahre 2020 noch erfolgreich bestehen zu können?“

Anonyme Bewertung

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens hatte die Kooperation mit Sitz in Werne, an der rund 100 Dachdeckerbetriebe angeschlossen sind, zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen.Über das Internet war die für eine Teilnahme erforderliche Registrierungsnummer anzufordern. Damit wurden die Voraussetzungen für eine anonyme Bewertung geschaffen. Von 47 Teilnehmern, die sich registrieren ließen, hatten sich 16 Studenten verschiedenster Fachrichtungen, auch Mediziner, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler, beteiligt. Als Anreiz winkten Geldpreise mit einer Gesamthöhe von 10 000 Euro.

Studiengebühren finanzieren

„Zur Finanzierung der Studiengebühren“, sollte den Anreiz bilden.Obwohl Lars Kriegel nicht aus dem Baugewerbe stammt, reizte ihn als Psychologie-Student die Aufgabe und er entwarf ein Modell, das er das „Dortmunder Modell der Kompetenz-Pyramide“ nannte. „Jeder solle sich weiterbilden, schon deshalb, damit er nicht unglücklich und es ihm nicht langweilig wird“, lehnte sich der Psychologie-Student bei seinen Theorien an die Erkenntnisse der Motivationspsychologie.Zuerst alle zwei Jahre und später alle fünf sollte sich der Handwerker in seiner Branche für einen neuen Beruf qualifizieren.

In Abendkursen weiter qualifizieren

„Man macht eine Grundausbildung im Dachdeckerberuf und anschließend qualifiziert man sich in Abendkursen weiter“, erläutert der Student sein Konzept. Das Ergebnis seien nicht nur zufriedenere Mitarbeiter: „Die Gewerke wachsen zu einem großen Bauhandwerk zusammen und Arbeitskräfte lassen sich flexibel einsetzen“, sieht Kriegel darin auch eine Lösung für Schlechtwetterzeiten.Die Preise an die drei Erstplatzierten (Lars Kriegel 5000 Euro, Florian Tress 3000 Euro und Simon Altvater 2000 Euro) überreichte der Unternehmerverbund am vergangenen Samstag bei seiner großen Jubiläumsveranstaltung im Hotel Seehof in Haltern.

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