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Wichtige Tipps zur Wahl des Mobilfunknetzes

Berlin. Ein neuer Mobilfunktarif soll her. Aber welches Netz ist das beste? Alte Faustregeln helfen da nicht weiter. Bei der Auswahl ist vielmehr sorgfältige Recherche angesagt. Und ein wenig Ausprobieren kann im Zweifel nicht schaden.

Wichtige Tipps zur Wahl des Mobilfunknetzes

Lieber kein Funkloch. Wer sich den Mobilfunkanbieter aussucht, kann schon vorher gut recherchieren, wie die Versorgung vor Ort ist. Und im Zwiefel hilft Ausprobieren mit einer Prepaidkarte. Foto: Robert Günther

Die Telekom ist überall gut, E-Plus in der Stadt, Vodafone liegt irgendwo dazwischen? Solche Halbwahrheiten sind weit verbreitet. Wenn Kunden einen neuen Mobilfunk-Tarif suchen, sollten sie sich lieber nicht auf solche Aussagen verlassen. Das Wichtigste im Überblick:

Welche Netze gibt es?

Aktuell gibt es in Deutschland drei kommerzielle Mobilfunknetze. Das D1-Netz der Telekom, D2 von Vodafone und die ehemals getrennten Netze von E-Plus und O2, die immer weiter zusammenwachsen.

Welches ist denn nun das beste Netz?

Das lässt sich nur schwer sagen. Zwar gibt es immer wieder Tests von Fachmagazinen und anderen Initiativen. Häufig schneidet die Telekom am besten ab. Aber auch mit dem rosa Riesen kann man im Funkloch landen, sagt Henning Gajek vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. Stellenweise kann es dabei passieren, dass andere Anbieter gleichzeitig besten LTE-Empfang liefern - oder andersherum.

Welcher Anbieter hat an meinem Wohnort gutes Netz?

Das können Kunden mit den Netzkarten der drei Anbieter herausfinden. Sie zeigen an, wie gut die Mobilfunkversorgung an einem Ort ist - und zwar separat für jede Mobilfunktechnologie von 2G über 3G bis hin zu 4G. Je nach Anbieter lassen sich mehrere Orte auswählen, um die Abdeckung im persönlichen Bewegungsradius auszutesten.

„Die Netzkarten sind teilweise etwas optimistisch“, schränkt Gajek aber ein. Die Versorgung im Freien werde meist gut abgebildet. Was innerhalb von Gebäuden noch ankommt, ist aber eher Glückssache. Je nach Baumaterial und Stockwerk des Hauses kann im Innern Funkstille herrschen.

Ist der Unterschied zwischen den Technologien wichtig?

Ja. Zum einen wegen der Geschwindigkeit. Das nahezu überall verfügbare 2G (GSM, G, E oder O in der Display-Anzeige) taugt quasi nur zum Telefonieren und für SMS. Internetverbindungen baut es nur im Schneckentempo auf. 3G (UMTS/HSPA/H/H+) ist schneller und erlaubt recht flottes Aufrufen von Internetseiten oder auch kleinen Videos. 4G (LTE/L) ist nicht nur wesentlich schneller als 2G oder 3G, es hat auch kürzere Reaktionszeiten und erlaubt flotte Datenanwendungen.

Zum anderen gibt es nach wie vor viele Tarife, in denen Nutzer kein LTE haben, sagt Henning Gajek. Den der Internet-Turbo wird gerne noch als Option gegen Aufpreis verkauft. Wer einen reinen 3G-Tarif wählt, muss doppelt aufmerksam in die Netzkarten schauen: Vielleicht gibt es ja am Wohnort tollen LTE-Empfang, aber die 3G-Abdeckung ist schlecht.

Lohnen sich solche 3G-Tarife dann überhaupt?

Wer nur telefonieren und Nachrichten versenden will, kann mit so einem 3G-Tarif schon glücklich werden. Allerdings kann man mit 3G schnell auf dem Mobilfunk-Abstellgleis landen. Denn 3G wird etwa bei der Telekom nicht mehr ausgebaut und soll perspektivisch auch zurückgebaut - also abgeschaltet - werden, erklärt ein Unternehmenssprecher. Irgendwann ab 2020 soll das der Fall sein. Neuer Netzausbau finde ohnehin nur noch im LTE-Netz statt.

Sind Günstig-Tarife aus dem Netz oder vom Discounter eine Option?

Prinzipiell sollte es bei der Netzqualität keinen Unterschied geben, wenn man etwa Günstig-Tarife bei Congstar, Klarmobil oder einer Marke der 1&1 Drillisch AG bucht. Diese Anbieter betreiben kein eigenes Netz, sondern nutzen die Funkmasten der drei großen Netzbetreiber. Wer sich für einen Mobilfuntarif vom Discounter interessiert, sollte vorher genau prüfen, welches Netz genutzt wird. Manche Anbieter sind im O2-Netz, andere im D-Netz.

Alle Fragen sind geklärt, und laut Netzkarte ist der Empfang bei mir gut. Soll ich den Vertrag jetzt abschließen?

Lieber noch etwas abwarten, rät Henning Gajek. Zunächst gilt es, im Bekanntenkreis Erfahrungen mit dem Wunschnetz abfragen. Und dann kann man noch mit einer günstigen Prepaidkarte für das Netz den Empfang ein paar Tage lang testen. Das verhindert im Zweifel eine teure Fehlinvestition in einen Zweijahresvertrag. Wer an Wohn-, Arbeits- und anderen häufig besuchten Orten ausprobiert, findet schnell heraus, ob das Netz richtig für ihn ist. Und nach einem erfolgreichen Prepaidkarten-Test steht dem Anbieterwechsel nichts mehr im Weg.

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Lieber kein Funkloch. Wer sich den Mobilfunkanbieter aussucht, kann schon vorher gut recherchieren, wie die Versorgung vor Ort ist. Und im Zwiefel hilft Ausprobieren mit einer Prepaidkarte. Foto: Robert Günther

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