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Wie traditionelle Hausmittel Kindern helfen

Düsseldorf. Ob die Nase läuft, das Knie aufgeschlagen ist oder der Bauch grummelt - vor der Medizin auf Rezept greifen Eltern gern auf altbewährte Hausmittel zurück. Fencheltee und Wadenwickel wirkten schon zu Großmutters Zeiten. Und sei es, weil Mama oder Papa sich kümmern.

Wie traditionelle Hausmittel Kindern helfen

Andreas Volbracht ist Kinder- und Jugendarzt in Münster. Foto: Matthias Holtz

Wadenwickel gegen Fieber oder Zwiebel gegen Ohrenschmerzen: In vielen Familien sind Hausmittel von Generation zu Generation überliefert worden. Und obwohl es heute für die meisten Wehwehchen Medikamente gibt, machen viele Eltern die Erfahrung, dass Omas Tipps ebenso gut wirken.

Die Kinder spüren die Zuwendung der Eltern, erklärt Hermann Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Der psychologische Effekt solcher Maßnahmen ist nicht zu unterschätzen.“

Für leichte Beschwerden stehen eine ganze Reihe von Mitteln zur Verfügung, die sich in fast jedem Familienhaushalt finden. Ein Überblick:

Fieber

Kahl empfiehlt, Fieber erst ab 39,5 Grad zu senken. „Fieber hat eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem.“ Nur wenn Kinder schon mal einen Fieberkrampf hatten, müssen Eltern gleich handeln. Versuchen kann man es erstmal mit Wadenwickeln: Ein in Wasser getauchtes und ausgewrungenes dünnes Tuch kommt um den Unterschenkel und wird mit einem Handtuch noch einmal verpackt. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein, sagt Andrea Hagen-Herpay vom Hebammenverband.

Husten

Zwiebelsirup sei sein Lieblings-Hausmittel, sagt Kinder- und Jugendarzt Andreas Volbracht. Dazu ein bis zwei geschälte und gewürfelte Zwiebeln mit ein paar Löffeln Zucker oder Honig in ein leeres Marmeladenglas gegeben. Nach mindestens zwei Stunden die Stücke heraussieben, übrig bleibt der Zwiebelsirup. Ihn kann man mit Wasser verdünnen. Kinder mit Husten können mehrmals täglich ein bis zwei Esslöffel einnehmen.

Ohrenschmerzen

Die Zwiebel leistet auch bei leichten Ohrenschmerzen gute Dienste. Dafür die Zwiebelstückchen in einen Teebeutel geben und vor das Ohr legen. „Das nimmt so ein bisschen den Spannungsschmerz vom Trommelfell“, sagt Volbracht. Lassen die Schmerzen nicht nach oder kommt hohes Fieber hinzu, ist ein Arztbesuch ratsam.

Schnupfen

Statt abschwellenden Nasentropfen hilft Kindern mit verstopfter Nase manchmal auch eine einfache Kochsalzlösung. Wer die nicht selbst herstellen möchte, kann fertige Ampullen in der Apotheke kaufen. Hebamme Hagen-Herpay träufelt bereits bei verschnupften Säuglingen ein Tröpfchen in die Nase.

Bauchweh

Kinder lösen viele Probleme über den Bauch, sagt Hagen-Herpay. Bauchweh gehen daher nicht immer auf ein Problem im Bauch zurück. Eine leichte Massage sowie Wärmeflasche oder Kirschkernkissen wirken meist beruhigend. Bauchschmerzen mit Fieber sind dagegen ein Fall für den Arzt.

Wunden und Quetschungen

„Bei Entzündungen, Stauchungen und Quetschungen, bei harmlosen Insektenstichen - immer, wenn in den Weichteilen Hitze ist und Schmerz, ist Quark gut“, sagt Rainer Stange, Internist und Experte für Naturheilverfahren am Immanuel Krankenhaus Berlin. Am besten schön kalt aus dem Kühlschrank, wird er direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen. Die Wirkung ähnelt einem Kühlpack. „Nur dass der Kontakt noch besser ist, er kommt gut an die Haut ran, ist sehr gut anmodellierbar und haftet auch gut.“ Oberflächliche Schürfwunden dagegen nur mit Wasser reinigen.

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Andreas Volbracht ist Kinder- und Jugendarzt in Münster. Foto: Matthias Holtz

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