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Wright und Bamberg schöpfen neue Hoffnung

Bamberg. Bamberg kann doch noch gegen den FC Bayern gewinnen. Der Ausgleich in der Halbfinal-Serie ist vor allem für das Selbstvertrauen des deutschen Meisters wichtig. Ein Glücksbringer wird in Spiel 3 in München aber fehlen.

Wright und Bamberg schöpfen neue Hoffnung

Dorell Wright (r) spielt in der Bundesliga für Brose Bamberg. Foto: Nicolas Armer

Im Duell der deutschen Basketball-Schwergewichte mischt Titelverteidiger Brose Bamberg wieder voll mit - und kann bei dem Schlagabtausch mit Pokalsieger FC Bayern München auf den früheren NBA-Champion Dorell Wright setzen.

„Er weiß, wann es zählt. Seine erste Halbzeit war problematisch, danach war er aber wie gewohnt sehr stark“, sagte Bambergs Trainer Luca Banchi. Sein US-Profi traf vor der Halbzeit keinen seiner sieben Würfe, legte am Ende aber trotzdem starke 21 Punkte und acht Rebounds auf. „Er hat in das Spiel gefunden und die Big Moments genutzt“, lobte auch Geschäftsführer Rolf Beyer.

Der 78:65-Erfolg lässt die Hoffnungen der Bamberger wieder aufleben, auch und vor allem dank Wright. Der 32-Jährige, der 2006 mit den Miami Heat die Meisterschaft in der besten Basketball-Liga der Welt gewann, erhielt am Mittwochabend einen Extrapush von den Rängen. Sein sechs Jahre jüngerer Bruder Delon, Profi bei den Toronto Raptors, saß in der oberfränkischen Halle und filmte aus erster Reihe quasi jeden Dreier. „Ich bin begeistert, dass er diese Leistung sehen konnte“, sagte Matchwinner Wright. Der jüngere Bruder erlebte Fangesänge und Sprechchöre für den Legionär. „Das war ein richtiger Energieschub für mich“, sagte Dorell Wright.

Beim Stand von 1:1 muss der Meister aber im dritten Spiel am Samstag (18.00 Uhr) in München ohne persönlichen Beistand auskommen, Delon Wright zieht weiter und wird die weitere Serie nicht live vor Ort verfolgen. „Familie hilft immer, das hat ihn heute sicher noch stärker gemacht“, betonte Beyer.

Nur drei Tage nach der bösen 72:95-Schlappe in München ist der neunmalige Meister aus Franken zurück - und darf sich dank einer starken Aufholjagd und wiedergefundener Offensivpower ernsthafte Hoffnungen auf die achte Finalteilnahme in neun Jahren machen. Bisher konnte Bamberg alle vier Serien gegen Bayern für sich entscheiden, die letzten beiden Halbfinal-Duelle 2016 und 2017 jeweils mit 3:0.

„Wir haben keine Angst. Aber es ist klar, dass Bamberg Meister ist. Wir haben sie in der Saison geschlagen, aber in den Playoffs bedeutet das ja gar nix“, sagte Bayerns Anton Gavel, der früher auch für Bamberg spielte. Nach einem klaren Umbruch im Sommer hat der Champion nicht nur seine Favoritenrolle eingebüßt, sondern auch viele Spiele verloren. Mit dem Trainerwechsel von Andrea Trinchieri auf Landsmann Banchi kehrte etwas Stabilität zurück, trotzdem präsentieren sich die Franken eher wie ein gefährlicher Herausforderer und nicht wie ein kraftstrotzender Serienmeister. „Wir haben gezeigt, dass Bayern verwundbar ist“, sagte Beyer.

Die Bayern sind vor allem deshalb angreifbar, weil ihnen in den Playoffs jene Konstanz fehlt, mit der sie in der Hauptrunde zu 31 Siegen eilten. „Am Samstag müssen wir anders spielen“, forderte Gavel. Schon in der ersten Runde hatte Bayern beim 3:2 gegen Frankfurt vor allem in fremder Halle große Probleme.

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