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Zitate zur Debatte um die Echo-Verleihung an Rapperduo

Berlin. Nach der Kontroverse um die Auszeichnung des Rapperduos Kollegah und Farid Bang wird der Musikpreis Echo abgeschafft. Eine Chronologie in Zitaten.

Zitate zur Debatte um die Echo-Verleihung an Rapperduo

Marius Müller-Westernhagen nannte die Musikindustrie "skrupellos und korrupt“. Foto: Rainer Jensen

„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ (Kollegah und Farid Bang im Song „0815“)

„Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“ (Kollegah und Farid Bang im Song „Gamechanger“)

„Kollegah & Farid Bang treten als zwei außerordentlich erfolgreiche Repräsentanten des Genres Hip-Hop auf, das seit über einem Jahrzehnt von sehr vielen Menschen hierzulande gehört wird.“ (Bundesverband Musikindustrie, 12. April)

„Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. (...) Für mich persönlich ist diese Grenze überschritten, wenn es um frauenverachtende, homophobe, rechtsextreme, antisemitische Beleidigung geht und auch die Diskriminierung jeder anderen Religionsform.“ (Sänger Campino während der Preisverleihung am 12. April)

„Die Absicht dahinter war niemals negativ, sondern höchstens vielleicht ein bisschen fahrlässig.“ (Farid Bang am 12. April nach der Verleihung)

„Es ist ein verheerendes Zeichen, den wichtigsten deutschen Musikpreis an vermeintliche Künstler zu verleihen, die mit bestimmten Textzeilen ihrer Songs ein gesellschaftliches Klima bedienen, in dem Antisemitismus offenbar wieder normal ist.“ (Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, 12. April)

„Die Echo-Trophäe, die bis zuletzt noch in unserem Probenstudio in Berlin stand, ist für uns nun nichts mehr als ein Symbol der Schande.“ (Notos Quartett, 15. April)

„Der Echo, die Verleihung dieses Jahr, war eine Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land.“ (Sänger Peter Maffay, 16. April)

„Es darf nicht die Grenze zu menschenverachtenden, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, gewaltverherrlichenden Äußerungen und Taten überschritten werden.“ (Musiker und Grafiker Klaus Voormann, 17. April)

„Eine Industrie, die ohne moralische und ethische Bedenken Menschen mit rassistischen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Positionen nicht nur toleriert, sondern unter Vertrag nimmt und auch noch auszeichnet, ist skrupellos und korrupt.“ (Musiker Marius-Müller Westernhagen, 17. April)

„Nicht nur, dass man ihren gewaltverherrlichenden, antisemitischen, homophoben und frauenverachtenden Texten ein Podium geboten hat... auch die Bedeutung des Echo ist somit komplett in den Hintergrund geraten und von den Negativ-Berichten überlagert worden.“ (Schlagersängerin Helene Fischer, 19. April)

„Wir müssen uns geschlossen gegen solche Stimmen erheben und dürfen sie nicht auch noch dadurch bestärken, dass wir sie mit Preisen auszeichnen und dadurch legitimieren.“ (Dirigent Daniel Barenboim, 23. April)

„Den „ECHO“ wird es nicht mehr geben.“ (Bundesverband Musikindustrie, 25. April)

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