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Zwischen hauchzart und opulent: Neue Lieder von Laish

Berlin. Bei manchen Singer-Songwritern fragt man sich, warum sie mit ihrem geschmackvollen, zugänglichen Folkpop nicht viel bekannter sind. Zu ihnen gehört auch Danny Green, der Kopf des Brightoner Projekts Laish.

Zwischen hauchzart und opulent: Neue Lieder von Laish

Der britische Singer-Songwriter Danny Green alias Laish hat sein Album Nummer vier herausgebracht. Foto: Daniel Harris

Nick Drake, Robert Wyatt oder Kurt Wagner von Lambchop: Es gibt ein paar sehr ehrenvolle Kritiker-Vergleiche für den britischen Singer-Songwriter Danny Green alias Laish.

Aber es sind eben vor allem die Musikkritiker, die den Folkpop des Mannes aus Brighton in den höchsten Tönen loben. In der breiten Öffentlichkeit ist seine eigentlich überaus zugängliche Musik noch nicht so recht angekommen. Vielleicht ändert sich das ja nun mit „Time Elastic“ (Talitres/Rough Trade), dem abermals betörenden, vierten Album des Projekts Laish.

Denn wieder mal hat der bärtige Folkie Green zehn wunderbare Songs zusammengestellt, die sich teilweise von einer simplen Ausgangsmelodie mit Bläsern, Streichern und Gospel-Gesängen zu orchestralen Prachtstücken aufschwingen - etwa im Opener „Sand Is Shifting“, in „Listening For God“ oder zum Schluss in „The Fox“.

Von den jüngeren britischen Folkpop-Bands können The Leisure Society (deren Label Willkommen Collective Danny Green einst angehörte), Belle And Sebastian oder Stornoway als Vergleich dienen. Doch bei allen Bezügen wirken die Laish-Songs sehr frisch und originell (man muss nur „I Would Prefer Not To“ mit seinem hauchzarten Arrangement inklusive Singender Säge hören...).

Mit „Dance To The Rhythm“ hat Green diesmal sogar einen Uptempo-Track im Gepäck, auf dem er seinen begrenzten Willen, unbedingt kommerzielle Musik zu machen, freilich augenzwinkernd karikiert: „My girl says You should write a song that goes / ooh ooh ooh ooh ooh ooh / come on baby shake it and sing along / ooh ooh ooh ooh ooh ooh / Spotify wizards add it to Your playlist / ooh ooh ooh ooh ooh ooh / this time next year I'll be on the rich list...“

Wohler fühlt sich Green offenkundig mit herrlich schwelgerischen Liedern wie dem souligen „University“ oder dem Titelsong, in denen er groß ausholt und alles aufbietet, was sein Sound zu bieten hat. Da wird seine flexible Bariton-Stimme ganz melancholisch und leicht, die Melodien dieser opulenten Midtempo-Stücke gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

Kurz und gut: Auch wenn Laish mit „Time Elastic“ weiterhin ein Geheimtipp bleibt - dies ist, wie schon der direkte Vorgänger „Pendulum Swing“ (2016), eine der schönsten britischen Folkpop-Platten des Jahres.

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