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Der nächste Verfolger muss dran glauben

DORTMUND Sollten noch irgendwelche Zweifel daran bestanden haben, dass Borussia Dortmunds Handball-Frauen als Meister in die Play-Offs zur 1. Liga marschieren, seit Samstag sind sie ausgeräumt.

von Von Thomas Rellmann

, 09.02.2008
Der nächste Verfolger muss dran glauben

Neun Tore: Svenja Spriestersbach.

Nicht nur, weil der 27:22 (13:11)-Heimsieg gegen den direkten Verfolger SV Union Halle-Neustadt ein Vier-Punkte-Polster zwischen die beiden Teams legt. Auch die deutliche Überlegenheit der Gastgeber lässt keinen anderen Schluss zu. Nur der Experimentierfreude von Trainer Thomas Happe und nachlassender Konzentration verdankte es der Tabellenzweite, dass  er kein Debakel erlebte. Aus einem 27:18-Vorsprung heraus (53.) schaltete der BVB nun einen Gang zurück. Zur Ehrenrettung der Truppe von Heine Jensen sei gesagt, dass sie gleich auf mehrere Leistungsträgerinnen, etwa das mit Doppelspielrecht ausgestattete Trio von Erstliga-Spitzenreiter HC Leipzig, verzichten musste und nur ein Rumpfaufgebot mit zwei Ersatzspielerinnen nach Wellinghofen schickte.

Jensen sagte hinterher: „Ich hatte sogar ein schlimmereres Resultat erwartet. So kann ich damit leben.“ Angriffslust klingt anders. Sein Gegenüber Thomas Happe war vor allem vor der Pause mit dem Angriffsspiel seiner Schützlinge nicht zufrieden: „Das war zu langsam, zu wenig variabel.“ Immerhin die Deckung hatte dem 49-Jährigen gefallen. Sie ließ etwa Halles gefährlichste Werferin Annekathrin Hartman nahezu gar nicht zur Entfaltung kommen.

Passabel genügt

Borussia hatte trotzdem sicherlich schon bessere Tage, gegen die geschwächten Unionisten reichte eine passable Leistung. Nicht einmal gerieten die Schwarzgelben in Rückstand. Vor der Pause waren die Mitglieder der Ü30-Fraktion, die reaktionsschnelle Jokelyn Tienstra, die geschickt lenkende Manuela Fiedel und die abschlussstarke Irina Pusic, die Dortmunder Erfolgsgaranten. In zwei Phasen zog der BVB dem Gegner dann endgültig den Zahn. Zunächst, als die Borussinnen trotz Steffi Glathes zweiter Zeitstrafe (17.) in Unterzahl drei Tore in Serie markierten (von 8:7 auf 11:7). Und schließlich mit einem Zwischenspurt direkt nach dem Seitenwechsel (13:11 auf 18:12), wobei sich speziell Linda Barz hervor tat. Die 18-Jährige bewies erneut, dass sie schon weit mehr als eine Ergänzungsspielerin ist.

Weil sie und andere in die Bresche sprangen, ließ es sich verschmerzen, dass Kim Abdoelhafiezkhan am Kreis nicht wie gewohnt aufblühte. „Wir haben ihr keine Räume geschaffen“, entschuldigte Happe die Niederländerin. Spannung kam auch so nie auf. Nur eine Frage stand anschließend im Raum: Wie konnte diese Mannschaft, die den Aufstiegskonkurrenten so locker beherrschte, in Travemünde mit 20:24 untergehen?

BVB: Tienstra, Titze - Pusic (4), Porvaznikova (2), Spriestersbach (9), Abdoelhafiezkhan (1), Robben (3), Barz (3), Lütz, Glathe (1), Köhler, Fiedel (4/1)