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Ein Klassenunterschied

DORTMUND Die nackten Zahlen lesen sich erschreckend. Und sie gaben exakt das wieder, was die etwa 1200 Zuschauer in Wellinghofen gesehen hatten: einen Klassenunterschied.

von Von Thomas Rellmann

, 27.02.2008
Ein Klassenunterschied

Kim Abdoelhafiezkhan muss einige Wochen passen.

Mit 21:42 (13:19) verlor der BVB gegen den Deutschen Meister 1.FC Nürnberg – und ist damit im Viertelfinale des DHB-Pokals ausgeschieden. Der Gast, immerhin noch in der Champions League am Ball, zeigte eine Demonstration seiner Stärke, ließ selbst am Ende nicht einen Zentimeter nach – Borussia blieb derweil nur die Rolle des staunenden Betrachters.

Anders vorgestellt

Keine Frage, die Schwarzgelben hatten sich diesen Abend ganz anders vorgestellt. Etwa so wie in den ersten zehn Minuten. 2:0 lag Dortmund vorn, später noch 5:4. In der Abwehr fassten alle entschlossen zu. Doch schon da war erkennbar, dass die Franken ein unglaublich variables Repertoire besitzen. Und das packten sie dann immer häufiger aus: zahlreiche Heber, eine blitzschnelle erste und zweite Welle, ansatzlose Würfe, atemberaubende Spielzüge und sogar Dreher.

Über 9:5 und 19:11 zog der Club davon. Doch trotz dieser Überlegenheit hätten sich auch die BVB-Spielerinnen selbst sicher längere Phasen auf Augenhöhe gewünscht. Allerdings fehlten Trainer Thomas Happe im Rückraum auch die Optionen, weil Zuzana Porvaznikova (schwere Grippe) passen musste und Irina Pusic nach fünf Minuten einen Pferdekuss auf den Oberschenkel erhielt und fortan nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte war.

Krause fischt alles raus

Hinzu kam, dass halblinks weder Svenja Spriestersbach noch Steffi Glathe oder Marieke Köhler wie gewünscht zum Zuge kamen. Entweder die FCN-Deckung oder spätestens eine überragende Nationaltorhüterin Jana Krause raubten dem Team den Nerv. Alles lässt sich nun aber nicht auf die Klasse des Gegners schieben. Viele kleine Unkonzentriertheiten, wenig Zielwasser im Abschluss – sowas ist gegen ein europäisches Spitzenteam tödlich.

Nach dem Wechsel machte Nürnberg aus einem 19:14 in Windeseile ein 24:14 – das war‘s mit dem milden Resultat. Zum Schluss spielte die Physis eine Rolle, zumal die Gäste im Rückraum wirklich jede Position gleichwertig überragend besetzt hatten. Borussia bleibt nur die Hoffnung, dass das bittere Ergebnis nun keine zusätzliche Verunsicherung hervorruft. In der Meisterschaft warten schließlich noch große Aufgaben.  BVB: Tienstra, Titze - Pusic (4), Spriestersbach (1), Lickfeld, Abdoelhafiezkhan (3), Robben (1), Barz, Lütz (1), Glathe (1), Köhler (2), Fiedel (8/3)