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Für ein neues Wir-Gefühl

DORTMUND Andreas Heiermann hat eine Prioritätenliste. Ganz oben unter Punkt 1 steht dort: „Schaffung eines neuen Wir-Gefühls“ in der Handball-Abteilung des BVB. Mit dem neuen Trainer Dieter Trippen und jeder Menge Aufbruchstimmung soll der Weg wieder nach oben führen.

von Von Dirk Krampe und Thomas Rellmann

, 19.02.2008

Borussia Dortmunds Handball-Abteilungs-Vize ließ gestern keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich unter seiner Führung der Klub langfristig wieder in der Eliteliga etablieren will. „Die Planungen“, sagte Heiermann, „gehen ganz klar Richtung 1. Liga.“

Die Verpflichtung des neuen Trainers und die immer noch nicht offiziell vollzogene Trennung vom alten, Thomas Happe, am Saisonende hat für viel Wirbel gesorgt in den vergangenen Tagen und Wochen – am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung Trippens wollte Heiermann die Gelegenheit nutzen, einige Dinge klarzustellen. „Die Qualitäten eines Thomas Happe sind unumstritten“, sagte er beispielsweise. Aber Heiermann forderte auch das Recht ein, „dass wir jetzt als Klub entschieden haben, einen neuen Weg einzuschlagen.“

Nachhaltigkeit

Der Leitfaden für die nächsten Jahre lautet: Nachhhaltigkeit in der Jugendarbeit. „Für 17- bis 20-Jährige soll Dortmund zum Mekka werden“, sagt Heiermann. Mit Talenten aus der Region, geführt von erfahrenen „Korsettstangen“, möchte er den Klub wieder zu einer erstklassigen Adresse machen. „Und Dieter Trippen ist für dieses Konzept genau der richtige Mann.“

Trippen, der erstmals im November kontaktiert wurde und der seinen Co-Trainer Stephan Bender mit nach Dortmund bringen wird, hat in Beyeröhde auch mangels finanzieller Masse die Talentsuche beinahe perfektioniert und stützt sich bei seiner Arbeit stark auf Computer gestützte Analysen und Online-Datenbanken. „Wenn wie jetzt in Beyeröhde eine junge Spielerin, die wir ausgebildet haben, zu einem Erstliga-Spitzenklub wechselt, ist das doch auch ein Beleg für unsere gute Arbeit.“

Viel ist angestoßen im BVB. In 14 Tagen hofft Andreas Heiermann auf erste Vertragsunterschriften aus dem aktuellen Kader, „alle, die wir halten wollen, werden wir auch halten“, verspricht er mit breiter Brust. Anfang März sitzt er erneut mit Thomas Happe zusammen. „Ich habe den Vertrag gelesen, für mich“, sagt er, „ist die Sache eindeutig.“ Potenzielle Neuzugänge sind kontaktiert, allen, die sich im Falle des Scheiterns der Mission Wiederaufstieg nicht mit der 2. Liga anfreunden könnten, sollen Ausstiegsklauseln geboten werden.

Viel vor der Brust

Die Intensivierung der Jugendarbeit, der normale Spielbetrieb, dann hoffentlich in der 1. Liga, mögliche Kooperationen mit dem TV Beyeröhde (Zweitspielrecht für die Talente), eine Zusammenarbeit mit dem ASC 09, der über eine starke Jugendarbeit verfügt – Trippen hat viel vor und viel vor der Brust. Vieles hängt freilich davon ab, dass die Manschaft das große Ziel erreicht. Heiermann ist da nicht bange: „Sie gehen mit der Situation professionell um. Die Truppe ist intakt und wird es schaffen.“