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3:1 - Berlin ist so nah

DORTMUND Das Ende war eindrucksvoll. 14 Europapokal-Träumer vor der Südtribüne. Feiernd. Tanzend. Triumphierend. Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Vereinspokals. Zum ersten Mal seit 1989. Am Dienstagabend schlug der BVB den Zweitliga-Sechsten TSG 1899 Hoffenheim mit 3:1 (2:1). "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", sangen die Fans.

von Von Sascha Fligge

, 26.02.2008
3:1 - Berlin ist so nah

Tinga trifft zum 1:0. Der Anfang vom Jubel...

Bereits nach 23 Minuten schien das Schreckgespenst Viertelfinal-Aus vertrieben. Was an Dortmunds Regisseur Giovanni Federico lag, der den Ball aus 21 Metern ins rechte Eck jagte und sich cool gestikulierend vor der Osttribüne ehren ließ (20.). Wenig später traf dann auch noch Tinga. Einen halbhoch getretenen Eckball von Alexander Frei nickte der kleine Brasilianer (1,70 m) am langen Pfosten zum 2:0 ins Netz (23.). „Ihr könnt nach Hause fahr'n“, skandierten die BVB-Anhänger unter den 55 400. 4500 in 71 Bussen angereiste Fans der TSG, die das Dorf Hoffenheim (3274 Einwohner) gestern zu einem Paradies für Einbrecher machten, taten gut daran zu verweilen. Als Schiedsrichter Brych ein „Nichts“ von BVB-Manndecker Martin Amedick als Foul an Chinedu Obasi fehlinterpretierte und auf den Elfmeterpunkt zeigte, verwandelte Francisco Copado nach zurückgepfiffenem ersten Versuch auch seinen zweiten sicher – nur noch 2:1 (38.).

Petrics dritter Streich

Daran, dass dem BVB Mäßiges zum Vorstoß ins Halbfinale reichen würde, bestand im zweiten Durchgang zumindest anfangs kein Zweifel: Mladen Petric, in der Liga elf Mal erfolgreich, erzielte nach einem Freistoß von Frei per Kopf sein drittes Pokal-Tor – 3:1 (54.). Hoffenheims Profis hatten ihn aus den Augen verloren. Allzu leicht…

Das letzte Spieldrittel legte dann allerdings wieder den Schluss nahe, dass es spannend wäre zu sehen, wie die Borussen in einem PISA-Test abschneiden würden – schließlich machen sie immer wieder dieselben Fehler. Auch und vor allem, wenn sie in Führung liegen. Nach dem 3:1 zog sich Thomas Dolls Elf erneut unnötig tief zurück (2:10 Ecken nach 82 Minuten!), bewegte sich ohne Ball provokant schleppend, begab sich naiv in eine reine Konterhaltung und fuhr schlampige Tempogegenstöße. Von Hoffenheim wurde das nicht bestraft, weil Dortmunds Torhüter Marc Ziegler das Privatduell mit Stürmer Obasi (u.a. 56./60.) gewann.

Dede muss intervenieren

Es reichte zum Sieg. Zum Tanz. Zum Träumen von Berlin, Europa und Millionen-Einnahmen. Unprofessionell, dass sich Alex Frei und einige andere der Feier mit den Fans zunächst verweigerten. Linksverteidiger Dede musste schließlich intervenieren.

BVB-Trainer Thomas Doll jedenfalls strahlte: „Wir haben phasenweise zwar wenig Gegenwehr gezeigt. Aber wir stehen im Halbfinale. Nach 19 Jahren Abstinenz ist das ein toller Tag.“

 

Am Rande der Bande:

  • Borussia Dortmund - Hoffenheim 3:1Dortmund: Ziegler - Rukavina, Amedick, Kovac, Dede - Kehl (76. Klimowicz) - Tinga, Kruska (70. Hummels) - Federico (70. Buckley) - Frei, PetricHoffenheim: Özcan - Janker, Compper, Ibertsberger, Löw (57. Salihovic) - Teber, Gustavo, Carlos Eduardo - Copado (71. Ibisevic) - Ba (81. Weis), ObasiTore: 1:0 Federico (20.), 2:0 Tinga (23.), 2:1 Copado (38., Foulelfmeter), 3:1 Petric (54.)Schiedsrichter: Felix Brych (München)Zuschauer: 55 400
  • In den vergangen acht Jahren war der BVB nie über die dritte Pokal Runde hinausgekommen (zweimal war die erste Runde Endstation, dreimal die zweite).
  • Dortmunds Weg ins Halbfinale: 1. FC Magdeburg – Borussia Dortmund 1:4; Borussia Dortmund – Eintracht Frankfurt 2:1; Borussia Dortmund – Werder Bremen 2:1, Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim 3:1

 

 

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