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3:3 - Last-Minute-Punkt in Duisburg

DUISBURG Was für ein Nachmittag, was für ein Westduell! Ein später Treffer des eingewechselten Diego Klimowicz rettete Borussia Dortmund in einem bereits verloren geglaubten Spiel beim MSV Duisburg noch einen Zähler. Am Ende hieß es 3:3. Zur Pause hatten die Gastgeber schon mit 2:0 geführt.

von Von Sascha Fligge

, 02.02.2008
3:3 - Last-Minute-Punkt in Duisburg

Traf mit dem Rücken: Sebastian Kehl.

In der ersten Hälfte waren die Schwarzgelben nur eine Karikatur ihrer eigenen Ansprüche: Das Team stand phasenweise viel zu tief, verlor bis zur Pause das Gros der Zweikämpfe (58 Prozent), ließ Aggressivität vermissen, verweigerte sich über die rechte Seite nachhaltig und spielte bemerkenswert viele Fehlpässe. Schüsse durch Mladen Petric (15./21.), die Sven Beuckert im MSV-Tor parierte, blieben die einzigen offensiven Ausrufezeichen des Gastes.  Duisburg indes, das mit Neuzugang Claudiu Niculescu (von Dinamo Bukarest gekommen) stürmte, sorgte schnell für klare Verhältnisse: Nach einer Ecke von Grlic fasste Dortmunds Torhüter Marc Ziegler böse daneben, Christian Wörns’ Abwehrversuch landete direkt vor den Füßen von Filipescu, und der traf aus elf Metern  – 1:0 für die Zebras (19.).   Erstes Tor im 141. Spiel Nach einem unnötigen Ballverlust des bis dahin besten Borussen auf dem Rasen, Mladen Petric, konterte Duisburg den BVB zu allem Überfluss auch noch klassisch aus. Niculescu zog davon, Sebastian Kehl sowie Martin Amedick kamen zu spät, und Willi verwertete den entscheidenden Pass in die Tiefe – 2:0 (30.), Willis erstes Tor im sage und schreibe 141. Bundesligaspiel. Erst in der zweiten Hälfte zeigte der BVB mehr Vorwärtsdrang und Biss. Sebastian Kehls Anschlusstreffer mit dem Rücken (!) nach einer Dede-Flanke sorgte für neue Hoffnung (51.), Nelson Valdez traf anschließend aus zwölf Metern Torentfernung das Gehäuse nicht (53.). Statt des Ausgleichs, fiel der dritte Duisburger Treffer – durch einen umstrittenen Strafstoß. Dede hatte im eigenen Strafraum den bereits zur Seite abgedrängten Grlic gelegt und sich bei dieser Aktion verletzt, Tararache traf vom Punkt flach ins rechte Eck – 3:1 für den MSV (59.).  Frei-Comeback mit Riesenchancen Die BVB-Fans forderten daraufhin das Liga-Comeback von Torjäger Alexander Frei nach achtmonatiger Abstinenz. Und sie bekamen es um exakt 16.51 Uhr. Mit neu formierter Angriffsformation – Diego Klimowicz war zwischenzeitlich für den schwachen Valdez ins Spiel gekommen – gelang der Borussia schnell der Anschluss: Hereingabe Antonio Rukavina, weitergeleitet von Giovanni Federico, Kopfball Klimowicz – nur noch 3:2 für Duisburg (68.). Freis Kopfball nach Rukavinas Flanke hätte beinahe den Ausgleich bedeutet (73.), doch Beuckert parierte in dieser Szene genauso wie Sekunden später beim Schuss des Schweizers aus lediglich zehn (!) Metern (74.). Frei hätte sich das Eck aussuchen können... Dass es am Ende dennoch zu einem Zähler reichte, lag an Klimowicz: Der Argentinier profitierte von Filipescus Ballverlust im defensiven Mittelfeld. Federicos Flanke von der rechten Außenbahn brachte er mühelos im Netz unter - 3:3, zwei Minuten nach Beginn der Nachspielzeit. Wie eine Jubelwand bauten sich die BVB-Kicker anschließend vor ihrem Anhang auf. Und der blickte schon nach vorne: "Wir wolln den Derbysieg!" Am nächsten Wochenende steigt schließlich der große Revierschlager gegen Schalke 04... Trotz der Freude über die finale Durchschlagskraft in Duisburg hat sich Borussia Dortmunds Situation in der Tabelle aber weiter verschlechtert. Von Rang 10 rutschte das Doll-Team auf den elften Rang ab. Der Rückstand auf den zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigenden Platz fünf vergrößerte sich auf nunmehr neun Zähler und könnte am Sonntag sogar noch auf deren zehn anwachsen (im Falle eines Schalker Sieges gegen den VfB Stuttgart). Bereits zum siebten Mal kassierte der BVB in der laufenden Saison drei oder mehr Gegentore  – immerhin: Das ist Ligaspitze. MSV Duisburg – Borussia Dortmund 3:3MSV: Beuckert – Lamey, Filipescu, Schlicke, Willi (60. Weber) – Tararache - Grlic, Georgiev – Tiffert (87. Vrucina) - Lavric, Nicolescu (75. Mölders)BVB: Ziegler – Rukavina, Amedick, Wörns, Dede (62. Buckley) – Kehl – Kringe, Tinga – Federico – Petric, Valdez (65. Klimwicz)Tore: 1:0 Filipescu (19.), 2:0 Willi (30.), 2:1 Kehl (51.), 3:1 Grlic (59. Foulelfmeter), 3:2 Klimowicz (68.), 3:3 Klimowicz (90. + 2)Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf)Zuschauer: 29.120

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