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Schalke empfängt den BVB

Auf diese fünf Duelle kommt es beim Revierderby an

Gelsenkirchen/Dortmund Mit kollektivem Kampfgeist und großer Moral haben die Königsblauen im Hinspiel das 0:4 zur Pause noch aufgeholt und durften sich anschließend als der gefühlte Sieger fühlen. Im Rückspiel könnte es aber auch auf den Ausgang in fünf intensiven Duellen ankommen.

Auf diese fünf Duelle kommt es beim Revierderby an

Die Schalker (v.l.) Caligiuri, Naldo und Goretzka sind heißt auf den BVB, der mit Reus, Sahin und Batshuayi gegenhalten will.  Foto: Montage: Klose

Burgstaller vs. Sokratis: Der Schalker ist zum Publikumsliebling aufgestiegen, und das liegt nicht nur an seinen schon zehn Saisontoren. Kämpft unermüdlich, rackert und läuft. Guido Burgstaller verfügt aber auch über eine erstaunlich gute Technik – so wie beim sehenswerten Kopfball zum 1:4 im Hinspiel. Burgstallers Gegenüber Sokratis liebt die Spiele, in denen es hitzig und intensiv ist. Sein Einsatz ist nicht weniger unnachgiebig, der Grieche gewinnt in dieser Saison 69 Prozent seiner Zweikämpfe. Nicht immer gelingt es ihm aber, den Laden hinten dichtzuhalten.

BVB und Schalke vor dem Revierderby

Ein Blick in beide Lager vor dem Duell der Scheinriesen

Dortmund/Gelsenkirchen Vom Jahrhundert-Derby bis zum Spitzenspiel: Das Duell zwischen BVB gegen S04 elektrisiert auch in dieser Saison. Ein Blick in beide Lager.mehr...

Naldo vs. Batshuayi: Der Brasilianer war der Schalker Derby-Held im Hinspiel, als ihm in der Nachspielzeit das 4:4 gelang. Doch nicht nur in diesen 90 Minuten überzeugte der Abwehrchef. Der 35-Jährige erlebt in seinem zweiten Schalke-Jahr seinen „dritten Frühling“. Als einziger Feldspieler der Königsblauen verpasste er in dieser Saison noch keine Bundesliga-Minute. Für Schlitzohr Michy Batshuayi ist das genau die richtige Herausforderung. Der Belgier hat die Erwartungen in Dortmund voll erfüllt, auch wenn es Spiele gibt, in denen man ihn kaum sieht. Seine Quote (13 Pflichtspiele, neun Treffer, ein Assist) kann sich allemal sehen lassen.

11 Derbys für die Ewigkeit

26.9.1964: S04-BVB 2:6 - Liebe Schalker, bitte nicht weiterlesen: Denn das Endresultat ist fast noch das Beste an dem niederschmetternden Ergebnis. Nach 36 Minuten hat der BVB (mit Rudi Assauer übrigens) die Gastgeber vor 40.000 Zuschauern in der Glückauf-Kampfbahn nämlich schon komplett auseinandergenommen, es steht da bereits 6:0 für Borussia Dortmund. Schlimmer geht’s’s nimmer aus Schalker Sicht? Denkste…
26.2.1966: BVB - S04 7:0 - Anderthalb Jahre später kassieren die Königsblauen die höchste Bundesliga-Derby-Klatsche. Der Halbzeit-Rückstand von 0:3 ist ein Beleg dafür, dass eine Aufholjagd wie die vom November 2017 alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, und in diesem Derby ist Schalke davon weit entfernt. NNach der Pause gelingt den Schwarzgelben noch eine historische Marke: Sie treffen vier Mal in nur zehn Minuten.
6.9.1969: BVB - S04 1:1 - Eigentlich für alle Zeiten Spitzenreiter der ewigen Kuriositäten im Duell zwischen Schwarz-Gelb und Blau-Weiß. Schalke geht durch Hansi Pirkner mit 1:0 in Führung, im Stadion „Rote Erde“ bricht Chaos aus. Schäferhund Rex ist nicht mehr zu bändigen und beißt S04-Verteidiger Friedel Rausch ins Hinterteil. Im Rückspiel lässt S04-Präsident Günter Siebert als Konter Löwen aus dem Löwenpark Westerholt auffahren.
10.12.1985: S04 - BVB 6:1 - Ein Derby für die Ewigkeit, weil es in einem Jahrzehnt, im dem Königsblau zwischen Erster und Zweiter Liga pendelt, Balsam für die Schalker Seele ist. Zur Halbzeit (0:0) deutet noch nichts auf das Schützenfest hin, dann schießen Gerd Kleppinger und Olaf Thon (je 2), Frank Hartmann und Bernd Dierßen den BVB ins Tal der Tränen. Für Dortmund tritt ein späterer Schalker Eurofighter: Ingo Anderbrügge.
24.8.1991: S04 - BVB 5:2 - Schalke gelingt an diesem Tag alles, dem BVB so gut wie nichts. Die Freude über das zwischenzeitliche 1:1 durch Michael Schulz (l.) währt nur kurz. Dortmunds neuer Trainer Ottmar Hitzfeld fährt nach seinem in den Sand gesetzten Premieren-Derby mit Dortmunder Journalisten in einem plötzlich viel zu engen Fahrstuhl des Parkstadions zur Pressekonferenz. Trotz sommerlicher Temperaturen ist das Klima eisig…
19.12.1997: BVB - S04 2:2 - Ein einziger Moment reicht, um alle Emotionen freizulegen, die so ein Derby bieten kann. Dortmund führt 2:1, (zweifelhafte) Ecke für Schalke: S04-Torhüter Jens Lehmann, in letzter Minute mit nach vorne geeilt, köpft ein zum 2:2. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte trifft ein Torhüter aus dem Spiel heraus. Fassungslosigkeit im ganzen Stadion und Frust bei den Dortmundern wegen der seltsamen Eckball-Entscheidung.
23.9. 2000: BVB - S04 0:4 - Mittlerweile spielt Jens Lehmann beim BVB und erlebt dort nicht nur schöne Stunden. So wie in diesem Spiel. Andi Möller und Co. spielen den BVB an die Wand, gegen den späteren Vize-Meister sind die Gastgeber nahezu chancenlos. Es bleibt auch ein Derby für die Ewigkeit, weil es eines der letzten ganz großen Spiele von Olaf Thon ist, der sich kurze Zeit später verletzt und seine Karriere ausklingen lassen muss.
30.1. 2004: BVB - S04 0:1 - Der BVB ist haushoch überlegen, den Schalker Fans wird angst und bange. Als Frank Rost gleich zwei Dortmunder Elfmeter hält, hoffen die Gäste, sich irgendwie mit einer Null-Nummer zu retten. Alle haben die Rechnung ohne Ebbe Sand gemacht: Der Schalker Däne trifft kurz vor Schluss zum 1:0. Mehr als schmeichelhaft, aber in einem Revier-Derby spielen solche Feinheiten nun mal keine Rolle…
12.5. 2007: BVB - S04 2:0 - Auch dieses Derby werden beide Revier-Klubs nicht vergessen. Obwohl es aus Schalker Sicht eins zum Vergessen ist: Mit bleischweren Beinen schleppen sich die Königsblauen über den Dortmunder Rasen, verlieren völlig verdient mit 0:2 und damit am vorletzten Spieltag auch die mögliche Meisterschaft. Der BVB dagegen rettet eine an und für sich verkorkste Saison, in dem er dem „Lieblings-Feind“ den Titel vermasselt.
13.9. 2008: BVB - S04 3:3 - So etwas wie die „Blaupause“ für den 25. November 2017, nur andersrum. Schalke führt schon mit 3:0, Kuranyi muss das 4:0 machen. Der BVB kommt zurück und feiert am Ende ein 3:3 wie einen Sieg. Für beide Trainer ist es – wie im November 2017 für Peter Bosz und Domenico Tedesco – die Derby-Premiere: Beim BVB jubelt Jürgen Klopp, Fred Rutten versteht die Schalker Welt nicht mehr…
25. 11. 2017: BVB - S04 4:4 – Der Dortmunder Negativlauf mit nur einem Sieg aus den neun Pflichtspielen zuvor macht den FC Schalke im Vorfeld dieses Derbys seit ewig langer Zeit mal wieder zu einem ebenbürtigen Gegner. Doch nach 25 Minuten führt der BVB schon mit 4:0 und berauscht die zuvor wenig verwöhnten Anhänger. Pierre-Emerick Aubameyang, Mario Götze und Raphael Guerreiro treffen, Schalkes Benjamin Stambouli passiert ein Eigentor. In der Schalker Kabine verzichtet Trainer Domenico Tedesco zur Pause auf eine Gardinenpredigt und bittet stattdessen seine Mannschaft, die 90 Minuten wenigstens mit Anstand zu beenden. Er sagt den Spielern, dass auch solche Spiele zur gemeinsamen Reise gehören würden. Tedescos Worte machen Eindruck, nach Guido Burgstallers 1:4 glaubt S04 wieder an sich – beim BVB ist das Selbstvertrauebn direkt wie weggeblasen. Amine Harit trifft zum 2:4, die Dortmunder Abwehr gleicht schon da einem Hühnerhaufen. Nach Daniel Caligiuris 3:4 bleiben vier Minuten plus sieben minuten Nachspielzeit für das große Wunde. Und tatsächlich trifft Innenverteidiger Naldo in der vierten Minute der Extra-Spielzeit das 4:4, auf der einen Tribünenseite brechen beim S04-Anhang alle Dämme, gegenüber auf der anderen Seite herrscht Schockstarre. Das 4:4 markiert einen historischen Tag in der Geschichte des Revierderbys, es war auch der Anfang vom Ende für den neuen BVB-Trainer Peter Bosz, der zwei Wochen später den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt.

Caligiuri vs. Reus: Der S04-Routinier auf der rechten Außenbahn ist eine der positiven Überraschungen der Saison. Mit fünf Toren und sieben Assists gehört der 30-Jährige zu den wirkungsvollsten Schalker Spielern in der Offensive. Im Hinspiel sorgte er mit einem sehenswerten Solo für das 3:4. Sein Trainer Domenico Tedesco ist voll des Lobes über seine Allzweckwaffe: „Ich würde nicht gerne gegen ihn spielen.“ Marco Reus wird man dazu nach der Partie wohl befragen können, denn er könnte auf die linke Außenbahn ausweichen, sollte Peter Stöger Mario Götze im Zentrum aufbieten. Reus hat die Qualitäten, um Caligiuri defensiv zu fordern und seine Vorstöße einzudämmen. Nach seinem Kreuzbandanriss ist Reus sofort wieder wichtig geworden, auch wenn er gegen Stuttgart nicht so in Erscheinung trat. Drei Bundesliga-Treffer hat er auch schon wieder erzielt – mit Reus erhält die BVB-Offensive den dringend benötigten Schuss Unberechenbarkeit.

Oczipka vs. Pulisic: Der Wechsel von Frankfurt zu Schalke erwies sich für den Linksfuß aus Bergisch-Gladbach bisher als goldrichtige Entscheidung. Der 29-Jährige sicherte sich auf Anhieb einen Stammplatz, 24 Mal stand er bis jetzt in der Bundesliga-Startelf der Blau-Weißen. Nur mit dem Toreschießen hat es bisher bei Bastian Oczipka noch nicht geklappt. Der junge Familienvater schätzt bei den Königsblauen „die Malocher-Mentalität“. Christian Pulisic ist der Spieler, der Oczipkas gefährliche Vorstöße mit eigenen Offensivaktionen bremsen kann. Pulisic hat ein kleines Tief hinter sich, ist in dieser Saison aber zum Stammspieler aufgestiegen. In 27 der 29 Liga-Spielen stand er auf dem Platz. Ohne Leistungsschwankungen ist er nicht durch die Saison gekommen, das aber ist normal für einen 18-Jährigen. An einem guten Tag kann der Amerikaner, dessen Stärke das Eins-gegen-Eins ist, eine gegnerische Abwehr alleine schwindlig spielen.



Goretzka vs. Sahin: Ob da ein Zusammenhang besteht? Fakt ist: Seit der Nationalspieler seinen Wechsel zu Bayern München verkündet hat, ist sein Leistungsniveau gesunken. Auch kleinere Verletzungen warfen Leon Goretzka in der Rückrunde immer wieder zurück. Gegen den BVB erwarten die S04-Fans endlich mal wieder eine überzeugende Leistung des 22-Jährigen, dessen Dynamik im Ballvortrag eine Waffe sein kann. Bremsen muss ihn dann wohl Nuri Sahin, dessen Dienste gegen Stuttgart endlich wieder gefragt waren. Sahin nutzte die Chance eindrucksvoll: Seine Ruhe und Umsicht tun dem BVB-Spiel gut. Seine Fähigkeit, mit gezielten Pässen die gegnerische Deckung auszuhebeln, könnten auch auf Schalke wichtig sein.

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